Time Machine auf dem NAS einrichten: Schritt für Schritt zum Mac-Backup

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Time Machine auf dem NAS einrichten: Schritt für Schritt zum Mac-Backup
Warum ein NAS-Backup Absicherung braucht

Ein Backup ist erst dann wertvoll, wenn seine Wiederherstellung auch unter ungünstigen Bedingungen gelingt.

Der Mac startet nach einem fehlgeschlagenen Update nicht mehr, das NAS ist nach einer Fehlkonfiguration nicht erreichbar oder das Time-Machine-Archiv meldet beim Zurückspielen beschädigte Daten: In solchen Momenten zeigt sich, ob ein vorhandenes Backup tatsächlich schützt. Ein Netzlaufwerk als Ziel ersetzt keine durchdachte Sicherungsstrategie.

Time Machine sichert zwar automatisch Versionen, ist aber auf die Verfügbarkeit, Integrität und Kapazität des NAS angewiesen. Ein einzelnes Benutzerkonto mit weitreichenden Rechten, eine unverschlüsselte Netzwerkfreigabe oder ein knapp bemessenes Datenvolumen können die Wiederherstellung gefährden. Ebenso kritisch: Ransomware oder ein NAS-Defekt können Mac und Backup zugleich treffen. Das NAS sollte daher als eigenständiges, zu schützendes System behandelt werden – mit getrennten Zugängen, klaren Speichergrenzen und einer zusätzlichen Kopie der wichtigsten Daten.

Worauf es ankommt
  • Ein Time-Machine-Archiv sollte regelmäßig testweise geöffnet und einzelne Dateien daraus wiederhergestellt werden.
  • Für kritische Daten ergänzt eine zweite, räumlich oder logisch getrennte Kopie das NAS-Backup.

Technische Basis und SMB prüfen

Das NAS wird zum zentralen Ziel für automatisierte Mac-Sicherungen.

Ein NAS stellt den Backup-Speicher nicht einfach als Netzwerkordner bereit: Es verwaltet die Time-Machine-Archive zentral, hält sie vom Mac getrennt vor und kann Speichergrenzen pro Gerät durchsetzen. Für die grundsätzliche Einordnung der Hardware hilft der Überblick zum NAS als Basis für Mac-Backups.

Vor der Einrichtung müssen NAS und Mac im selben erreichbaren Netzwerk arbeiten. Das NAS benötigt eine feste DHCP-Reservierung oder statische IP-Adresse, ausreichend freien Speicher und ein aktuelles System-Update. Als realistische Reserve gilt mindestens das Zwei- bis Dreifache des aktuell belegten Mac-Speichers; bei mehreren Macs sollte jedes Gerät ein eigenes Kontingent erhalten.

SMB statt AFP

SMB ist der aktuelle, von macOS unterstützte Standard für Time Machine auf Netzwerkzielen. AFP sollte nicht neu eingerichtet werden: Das ältere Apple-Protokoll wird nur noch aus Kompatibilitätsgründen angeboten und erhält keine vergleichbare Weiterentwicklung. Im NAS muss SMB aktiviert sein; sinnvoll sind SMB 3 sowie ein eigener Benutzer ausschließlich für Backups. Kabelgebundenes Ethernet verkürzt die erste, meist große Sicherung deutlich und vermeidet Abbrüche durch instabiles WLAN.

Hinweis
Speicher getrennt begrenzen

Eine Quota je Mac verhindert, dass ein wachsendes Time-Machine-Archiv den gemeinsamen NAS-Speicher vollständig belegt.

Speicherquote realistisch berechnen

Die Begrenzung wird vor der Freigabe festgelegt.

Time Machine füllt den verfügbaren Sicherungsspeicher selbstständig und löscht erst dann die ältesten Stände. Ohne Quote kann ein einzelner Mac daher den NAS-Pool beanspruchen, der für andere Geräte oder Daten vorgesehen ist. Die Quote gehört folglich zum Benutzerkonto oder zur späteren Time-Machine-Freigabe – nicht nur in eine unverbindliche Kapazitätsplanung.

Als Ausgangswert dient der tatsächlich belegte Speicher des Macs, nicht die Größe seiner internen SSD. Für normale Arbeitsrechner ist etwa das 1,5- bis 2-Fache dieses Werts je Mac sinnvoll. Ein Mac mit 400 GB belegtem Speicher erhält damit 600 bis 800 GB Quote. Das schafft Platz für einen vollständigen Ausgangsstand und mehrere geänderte Dateiversionen.

Änderungsrate und Historie einplanen

Mehr Reserve ist nötig bei großen, häufig veränderten Dateien – etwa Fotos, Videos, virtuellen Maschinen oder lokalen Projektarchiven. Soll die Historie mehrere Monate statt nur einiger Wochen reichen, sind 2- bis 3-fache Belegung angemessen. Nicht gesicherte Ordner oder ausgeschlossene Medien dürfen dabei nicht eingerechnet werden.

Für mehrere Macs werden die Einzelquoten addiert. Zusätzlich bleiben mindestens 15 bis 20 % des NAS-Volumes frei, damit Dateisystem, Snapshots und andere Dienste arbeitsfähig bleiben.

Praxiswert
Quote nicht mit physischem Speicher verwechseln

Quoten begrenzen einzelne Sicherungen; sie schaffen keinen zusätzlichen Platz. Übersteigt die Summe der Quoten die freie Volume-Kapazität, muss das NAS regelmäßig überwacht werden.

Schritte 3 und 4

Backup-Konto und Freigabe strikt trennen

Ein dediziertes Konto begrenzt den Zugriff und macht die spätere Kapazitätssteuerung eindeutig.

Ein Time-Machine-Backup sollte sich nie mit einem Administratorkonto am NAS anmelden. Stattdessen wird pro Mac ein eigenes Backup-Konto angelegt, etwa tm-macbook. Dieses Konto erhält ein langes, einzigartiges Passwort; Zwei-Faktor-Anmeldung ist sinnvoll, sofern das NAS sie auch für SMB-Zugriffe unterstützt. Administratorrechte, SSH-Zugang, App-Berechtigungen und Zugriff auf andere Freigaben bleiben deaktiviert.

Dedizierte Freigabe anlegen

Anschließend wird eine Freigabe wie TimeMachine-MacBook erstellt. Ausschließlich das zugehörige Backup-Konto erhält darauf Lesen/Schreiben; alle anderen Benutzer und Gruppen erhalten keinen Zugriff. Eine Vererbung weitreichender Standardgruppen wie users sollte geprüft und gegebenenfalls entfernt werden. Die Freigabe wird später als SMB-Ziel in macOS ausgewählt.

Die Trennung verhindert, dass ein kompromittiertes Mac-Konto zugleich private NAS-Daten oder andere Sicherungen verändert. Sie vereinfacht zudem die Wiederherstellung: Jeder Mac besitzt einen klar abgegrenzten Backup-Bereich.

Quote am richtigen Objekt setzen

Die zuvor berechnete Quote wird idealerweise dem Backup-Konto zugewiesen. Manche NAS-Systeme erlauben alternativ oder zusätzlich eine Freigabequote. Entscheidend ist, dass die Begrenzung genau diesen einen Backup-Bereich trifft und nicht das gesamte Volume. Bei mehreren Macs bleiben Konten, Freigaben und Quoten getrennt; so kann kein einzelnes Time-Machine-Archiv den Speicher der übrigen Systeme verdrängen.

Time Machine über SMB freigeben

NAS-Dienst gezielt konfigurieren

Auf dem NAS wird zunächst der SMB-Dienst aktiviert und auf SMB 3 als Mindest- und Höchstversion begrenzt. SMB1 bleibt deaktiviert: Das veraltete Protokoll schwächt die Sicherheit und ist für aktuelle macOS-Versionen nicht erforderlich.

Anschließend wird die zuvor angelegte Freigabe in der NAS-Oberfläche ausdrücklich als Time-Machine-Ziel markiert. Bei Synology geschieht dies in den Dateidiensten, bei QNAP und vergleichbaren Systemen in den SMB- oder Time-Machine-Einstellungen. Dort werden Freigabe und dediziertes Backup-Konto ausgewählt; die Quote muss weiterhin auf den vorgesehenen Backup-Bereich wirken.

Bei Samba-Konfigurationen

Ein selbst verwaltetes Samba-NAS benötigt aktuelle vfs_fruit-Unterstützung. Entscheidend sind Apple-Erweiterungen und die Kennzeichnung der Freigabe als Time-Machine-Volume, etwa über fruit:time machine = yes. Metadaten müssen als Streams oder in einer kompatiblen Ressourcenablage gespeichert werden; ungeeignete Einstellungen erzeugen später oft nicht einhängbare Sicherungen.

Nach dem Speichern den SMB-Dienst neu starten und die Freigabe im Finder über smb://nas-name/freigabe mit dem Backup-Konto öffnen. Schreibzugriff und verfügbare Quote müssen dort sichtbar sein.

Wichtig
Nicht auf AFP ausweichen

AFP gilt als veraltet. Aktuelle macOS-Versionen sichern auf NAS-Systeme zuverlässig über SMB, sofern die NAS-Implementierung und Samba-Komponenten aktuell sind.

Quote und Integrität richtig bewerten

Was Time Machine, RAID und Snapshots tatsächlich leisten

Die im NAS gesetzte Quote ist die harte Obergrenze für das Time-Machine-Image, nicht automatisch der nutzbare Verlauf. Time Machine verwaltet darin ältere Sicherungsstände selbst und löscht sie bei Platzbedarf. Ist die Quote knapp bemessen, verkürzt sich die Historie; ist sie erreicht und macOS kann nicht bereinigen, schlägt das nächste Backup fehl. Der belegte Platz des Sparsebundles und die verbleibende Quote sollten daher regelmäßig im NAS kontrolliert werden.

Schutzschichten nicht verwechseln

RAID hält ein NAS nach dem Ausfall einer einzelnen Festplatte weiter betriebsfähig (je nach RAID-Level). Es schützt weder vor versehentlich gelöschten Dateien, Ransomware noch vor einem beschädigten Time-Machine-Archiv. Die Integrität des NAS-Dateisystems – etwa Prüfsummen, Scrubbing und RAID-Prüfungen – erkennt oder korrigiert bestimmte Speicherfehler, ersetzt aber keine unabhängige Kopie.

NAS-Snapshots frieren dagegen den Zustand der Freigabe zu einem Zeitpunkt ein. Sie können ein versehentlich gelöschtes oder manipuliertes Sparsebundle schnell zurückbringen, verbrauchen jedoch zusätzlichen Volume-Speicher und liegen auf demselben NAS. Die Abgrenzung von Backups und Snapshots bei Mac-Backups ist deshalb entscheidend: Time Machine liefert Versionen der Mac-Daten, Snapshots schützen den NAS-Zustand, und ein externes Backup schützt gegen den Totalausfall des NAS.

Wichtig
Ein grünes RAID ist kein geprüftes Backup

Mindestens gelegentlich eine Datei aus einem älteren Sicherungsdatum wiederherstellen. Nur ein erfolgreicher Restore belegt, dass Quote, Archiv und Zugriffsweg praktisch funktionieren.

NAS-Freigabe verbinden und als Backup-Ziel wählen

Im Finder wird mit Gehe zu > Mit Server verbinden die Adresse im Format smb://nas-name/TimeMachine-Mac eingetragen. Bei Namensauflösungsschwierigkeiten ist die reservierte IP vorzuziehen, etwa smb://192.168.1.20/TimeMachine-Mac. Angemeldet wird ausschließlich mit dem zuvor angelegten Backup-Konto; Zugangsdaten können im Schlüsselbund gesichert werden.

Anschließend steht das Volume unter Systemeinstellungen > Allgemein > Time Machine über Backup-Volume hinzufügen zur Auswahl. Nach der Auswahl kann macOS das Volume gegebenenfalls vorbereiten und verschlüsselte Backups anbieten. Die Verschlüsselung schützt den Sicherungsbestand auch dann, wenn NAS-Laufwerke oder eine externe Kopie entwendet werden; der Wiederherstellungsschlüssel gehört in einen getrennten, belastbaren Passwortspeicher.

Wenn das NAS-Ziel nicht erscheint

Die Prüfung sollte in dieser Reihenfolge erfolgen:

  • Erreichbarkeit: NAS-Weboberfläche und smb://-Adresse müssen vom Mac aus erreichbar sein. Bei Hostnamen zuerst DNS, lokale Namensauflösung oder testweise die IP prüfen.
  • SMB-Erkennung: Auf dem NAS muss SMB aktiv sein; die betreffende Freigabe muss für Time Machine per SMB veröffentlicht sein. Eine erneute Anmeldung im Finder aktualisiert oft die Anzeige.
  • Berechtigungen: Das Backup-Konto benötigt Lese- und Schreibrechte auf genau dieser Freigabe. Gruppenrechte, Vererbungen und eine bereits ausgeschöpfte Quote können den Schreibzugriff verdeckt verhindern.
  • Netzwerkfilter: Firewall-Regeln auf NAS oder Router dürfen SMB über TCP 445 nicht blockieren. Gastnetz, Client-Isolation und VPN-Regeln sind typische Ursachen.

Erst wenn sich die Freigabe im Finder beschreiben lässt, sollte sie als Time-Machine-Ziel ausgewählt werden.

Abschlussprüfung

Erstsicherung durchführen und Wiederherstellung beweisen

  • 8. Erstsicherung unter stabilen Bedingungen starten

    Den Mac möglichst per Ethernet am gleichen Netz wie das NAS betreiben; bei WLAN zumindest für ausreichende Signalstärke und eine durchgehend verfügbare Stromversorgung sorgen. In den Time-Machine-Einstellungen „Jetzt sichern“ wählen und den Mac bis zum Abschluss nicht in den Ruhezustand gehen lassen. Die erste Sicherung überträgt meist viele Gigabyte und ist ein realistischer Test für SMB-Verbindung, Konto, Quote und NAS-Schreibleistung. Währenddessen im NAS prüfen, ob der belegte Speicher wächst und keine Anmelde-, Quoten- oder Dateisystemfehler protokolliert werden.

  • 9. Eine Testdatei gezielt wiederherstellen

    Nach erfolgreichem Abschluss eine kleine, eindeutig erkennbare Datei anlegen, sichern lassen und anschließend lokal löschen oder ihren Inhalt verändern. Time Machine öffnen, einen Zeitpunkt vor der Löschung auswählen und die Datei an einen separaten Prüfpfad wiederherstellen. Dateiname, Größe, Inhalt, Änderungsdatum und – bei wichtigen Daten – eine Prüfsumme mit dem Original vergleichen. Erst wenn sich die Datei ohne Warnung öffnen lässt und korrekt vorliegt, ist die Backup-Kette praktisch bestätigt.

  • Die Prüfung nach Änderungen wiederholen

    Den Wiederherstellungstest nach macOS-Updates, NAS-Firmwarewechseln, Änderungen an SMB, Konten oder Quoten erneut durchführen. Auch ein Wechsel von WLAN zu Ethernet oder eine neue Netzwerkinfrastruktur kann die Verbindungs- und Berechtigungskette beeinflussen.

Für besonders wichtige Daten zusätzlich die Wiederherstellung auf einen zweiten Datenträger testen. Damit bleibt das Original unangetastet und die Lesbarkeit außerhalb des gewohnten Arbeitsvolumes wird mitgeprüft.

Entscheidend
„Backup abgeschlossen“ ist kein Wiederherstellungsnachweis

Ein grüner Time-Machine-Status bestätigt vor allem, dass ein Sicherungslauf beendet wurde. Er belegt nicht, dass sich eine konkrete Version auffinden, lesen und am gewünschten Ort zurückspielen lässt.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen:

Versionstreue: Ist tatsächlich der erwartete ältere Inhalt vorhanden? Berechtigungen: Lässt sich die Datei nach dem Restore öffnen? Historie unter Quote: Werden ältere Stände wie geplant vorgehalten oder bereits früh bereinigt?

Ein kurzer, dokumentierter Restore-Test nach der Einrichtung und in regelmäßigen Abständen macht aus einer vermeintlichen Sicherung eine belastbare Rückfalloption.

Betrieb überwachen und Ausfälle absichern

Störungen eingrenzen, Fernzugriff schützen und eine zweite Kopie vorhalten.

Eine Sicherung ist nur belastbar, wenn Fehler nicht tagelang unbemerkt bleiben. In Time Machine sollten der Zeitpunkt der letzten Sicherung und wiederkehrende Meldungen geprüft werden; im NAS ergänzen SMB- sowie Systemprotokolle die Diagnose.

Symptom Wahrscheinliche Ursache Konkrete Abhilfe
Backup bleibt bei „Vorbereiten“ stehen instabile WLAN-Verbindung, volle Quote oder defekter Backup-Verlauf Mac per Ethernet verbinden, freien Quotenraum prüfen; bei wiederholtem Fehler das Backup-Volume kontrolliert neu anlegen
NAS erscheint nicht DNS-/Netzwerkwechsel oder schlafendes NAS feste DHCP-Zuordnung prüfen, NAS-Ruhezustand anpassen und die SMB-Freigabe erneut verbinden
Anmeldung wird abgelehnt falsche gespeicherte Zugangsdaten oder fehlende Rechte Eintrag im Schlüsselbund entfernen und ausschließlich das dedizierte Backup-Konto verwenden

Ein Backup-Ziel darf nicht per Internet auf SMB-Port 445 veröffentlicht werden: Kennwortangriffe und Schwachstellen treffen dann unmittelbar die Freigabe. Außerhalb des Heim- oder Büronetzes wird zuerst ein verschlüsselter Tunnel aufgebaut; Details zur Einrichtung bietet der Beitrag VPN für den sicheren Remote-Zugriff auf Time Machine. Dennoch eignet sich eine Internetverbindung eher für kurze inkrementelle Sicherungen als für die Erstsicherung.

Time Machine auf dem NAS erfüllt nur eine Kopie der 3-2-1-Regel. Zusätzlich braucht es mindestens eine getrennte Kopie auf anderem Medium oder an einem anderen Standort, etwa ein verschlüsseltes externes Laufwerk oder eine versionierte Cloud-Replikation. Snapshots auf demselben NAS helfen gegen versehentliches Löschen und Ransomware, ersetzen diese zweite Ebene jedoch nicht.

Wichtig
RAID ist kein externes Backup

RAID übersteht den Ausfall einzelner Laufwerke. Brand, Diebstahl, Fehlbedienung oder ein kompromittiertes NAS können dagegen alle lokalen Kopien zugleich treffen. Die externe Kopie sollte regelmäßig automatisiert und stichprobenartig wiederhergestellt werden.

Kompatibilität vor dem Kauf belegen

Nicht jede SMB-Freigabe ist ein verlässliches Time-Machine-Ziel. Vor dem Kauf sollte der Hersteller SMB-Time-Machine-Unterstützung für die eingesetzte macOS-Version ausdrücklich dokumentieren. Ebenfalls relevant sind Quoten, getrennte Freigaben und ein aktiv gepflegtes SMB-Update-Modell.

Key Takeaways
  • Monatlich prüfen Einmal monatlich in Time Machine und im NAS-Protokoll den letzten erfolgreichen Lauf, freien Quotenspeicher und wiederkehrende SMB-Fehler prüfen. Warnungen dürfen nicht ungelesen bleiben.
  • Rückgabe beweisen Vierteljährlich eine Datei in einen separaten Ordner zurückholen. Inhalt, Version, Zeitstempel und Zugriffsrechte mit dem Original vergleichen; gelegentlich einen kompletten Benutzerordner testen.
  • Standort trennen Mindestens eine zusätzliche Kopie wichtiger Daten außerhalb des Standorts vorhalten: verschlüsselt in der Cloud oder auf einem rotierenden, extern gelagerten Datenträger. RAID und NAS-Snapshots ersetzen diese Kopie nicht.

Ein Backup gilt erst als belastbar, wenn die Wiederherstellung dokumentiert gelingt.

Conclusion
  • Prüfdatum, getestete Daten und Ergebnis in einem kurzen Wiederherstellungsprotokoll festhalten.
  • Bei fehlgeschlagenen Sicherungen zuerst NAS-Kapazität, SMB-Erreichbarkeit und die Time-Machine-Logs prüfen.

Automatisierung verhindert viele Lücken, bestätigt aber keine Wiederherstellbarkeit. Ein fester Monats- und Quartalsrhythmus macht aus dem Time-Machine-Ziel eine kontrollierte Sicherungskette – ergänzt durch eine räumlich getrennte Kopie gegen Diebstahl, Brand und Standortausfall.

13 Kommentare zu „Time Machine auf dem NAS einrichten: Schritt für Schritt zum Mac-Backup“

  1. Avatar von Felix
    Felix

    Kurze Ergänzung aus eigener Erfahrung: Eine reservierte IP im Router war bei mir stabiler als die IP direkt am NAS fest einzutragen. So bleibt DNS/Gateway sauber per DHCP verwaltet, aber die Adresse ändert sich nie. Wahrscheinlich Geschmackssache, Hauptsache Time Machine sucht nicht plötzlich ins Leere.

  2. Avatar von JennyB
    JennyB

    Bei „Freigabe verbinden“ bekomme ich zwar die Abfrage für Benutzername und Passwort, danach verschwindet die Freigabe aber wieder aus dem Finder. Time Machine zeigt sie folglich auch nicht an. SMB3 ist aktiv und die NAS hat eine feste IP – woran könnte es noch liegen?

    1. Avatar von Jesper Olsen
      Jesper Olsen

      Prüf zuerst, ob du die Freigabe im Finder mit der vollständigen Adresse `smb://IP-Adresse/Freigabename` verbindest, nicht nur das NAS selbst. Wichtig sind außerdem Lese- und Schreibrechte des Backup-Kontos genau auf dieser Freigabe sowie TCP-Port 445 im lokalen Netz. Falls die Verbindung kurz erscheint und dann weg ist, lohnt auch ein Blick ins SMB-/Systemprotokoll des NAS: Dort steht oft ein Rechte- oder Authentifizierungsfehler deutlich konkreter.

  3. Avatar von Lena Krüger
    Lena Krüger

    Schritt mit der Quote hat bei mir nicht ganz gepasst: Mein Mac hat 512 GB SSD, belegt sind aber nur knapp 180 GB. Reichen 350 GB Quote, wenn ich hauptsächlich Dokumente und Fotos ändere, oder ist das zu knapp für mehrere Monate Historie?

    1. Avatar von Jesper Olsen
      Jesper Olsen

      350 GB können bei 180 GB aktuellem Datenbestand funktionieren, sofern die Änderungsrate niedrig ist. Für Fotos, große Projektdateien oder lokale iPhone-Backups würde ich aber eher mehr Puffer einplanen, weil Time Machine für Versionen zusätzlichen Platz braucht. Beobachte nach der Erstsicherung zwei bis vier Wochen lang das Wachstum; dann lässt sich die Quote viel realistischer anpassen als nur anhand der SSD-Größe.

  4. Avatar von Birgit H.
    Birgit H.

    Sehr brauchbare Zusammenfassung ohne das übliche „einmal klicken, fertig“-Versprechen. Besonders die Trennung von Quote, RAID, Snapshot und echtem externen Backup sollte eigentlich auf jedem NAS-Karton stehen.

  5. Avatar von Nadine W.
    Nadine W.

    Bei meinem QNAP wurde die Freigabe erst in Time Machine sichtbar, nachdem ich sie in den NAS-Einstellungen explizit als Time-Machine-Ziel markiert hatte. Nur SMB und Schreibrechte zu setzen, hat nicht gereicht.

    Danach lief die Erstsicherung über Nacht durch. Der Artikel hätte mir gestern Abend einiges an Klicken erspart 😉

    1. Avatar von Jesper Olsen
      Jesper Olsen

      Das ist ein wichtiger Praxispunkt. Viele NAS-Oberflächen haben zusätzlich zur normalen SMB-Freigabe eine eigene Time-Machine-Option oder veröffentlichen dafür die nötigen Bonjour-/SMB-Informationen. Deshalb sollte man vor dem Kauf bzw. der Einrichtung immer prüfen, ob der Hersteller SMB-Time-Machine für das konkrete Modell und die installierte Version dokumentiert.

  6. Avatar von Tommy
    Tommy

    Erstsicherung über WLAN war bei meinem MacBook eine Geduldsprüfung: fast zwei Tage für rund 400 GB. Mit LAN-Adapter ging es dann deutlich besser. Danach sind die inkrementellen Läufe angenehm unauffällig.

    Wer also beim ersten Durchlauf denkt, das NAS sei kaputt: erst mal Kabel testen.

  7. Avatar von Markus E.
    Markus E.

    Der Hinweis mit den 15–20 % freiem Volume ist goldwert. Ich hatte meine Backup-Platte bisher immer bis zum Anschlag geplant und mich dann über merkwürdig langsame Sicherungen gewundert. Nicht jede rote Kapazitätsanzeige ist offenbar ein persönlicher Angriff des NAS 😅

  8. Avatar von Miri
    Miri

    Danke für die klare Ansage zum Restore-Test. Ich habe jahrelang brav den Time-Machine-Haken gesehen und nie ausprobiert, ob etwas zurückkommt.

    Heute eine Numbers-Datei testweise wiederhergestellt: Inhalt, Änderungsdatum und Rechte waren da. Kleiner Aufwand, erstaunlich beruhigend.

    1. Avatar von Sven
      Sven

      Genau das. Bei mir fiel beim ersten Test auf, dass ich die falsche Freigabe gesichert hatte – das Backup lief also, nur eben nicht mit dem wichtigen Ordner. Seitdem teste ich nicht nur eine Datei, sondern auch einen Ordner mit mehreren Versionen.

  9. Avatar von Olli_aus_Köln
    Olli_aus_Köln

    Eine externe Kopie der Backups wird gerne unterschätzt. Mein NAS steht im Arbeitszimmer; bei Wasser, Diebstahl oder Überspannung hilft mir das schönste RAID genau null. Ich rotiere inzwischen einmal im Monat eine verschlüsselte USB-Platte zu meiner Schwester.

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