Warum Plex vom NAS ruckelt: Ist die Transkodierung oder das Netzwerk schuld?

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Warum Plex vom NAS ruckelt: Ist die Transkodierung oder das Netzwerk schuld?
Wenn der Film plötzlich stockt

Ein flüssiger Start beweist nur, dass der Puffer zunächst ausreichend gefüllt war.

Der Film beginnt gestochen scharf, nach einigen Minuten friert das Bild ein – obwohl das NAS über Gigabit-Ethernet angebunden ist und ein Geschwindigkeitstest weit höhere Werte zeigt. Das wirkt widersprüchlich, ist bei Plex aber ein typisches Muster: Entscheidend ist nicht die nominelle Datenrate einzelner Geräte, sondern der langsamste Abschnitt des gesamten Wiedergabepfads.

Zwischen Datei und Bildschirm liegen Dateisystem, NAS-Prozessor, Plex-Server, Netzwerk, Client und gegebenenfalls ein Transcoder. Wird die Originaldatei direkt abgespielt, muss dieser Pfad den wechselnden Bitratenstrom zuverlässig liefern. Muss Plex dagegen Bild, Ton oder Untertitel umwandeln, zählt zusätzlich, ob die Hardware die Transkodierung dauerhaft schneller als in Echtzeit schafft. Ein anfänglich gefüllter Puffer kann kurze Schwächen verdecken; leert er sich, erscheint das Ruckeln scheinbar ohne Anlass. Erst die laufende Wiedergabeinformation von Plex zeigt, ob Netzwerkdurchsatz, Serverlast oder eine erzwungene Umwandlung den Engpass bildet.

Woran der Puffer scheitert
  • Ein Gigabit-Link sagt nichts über WLAN-Störungen, Client-Limits oder die tatsächliche Transkodierleistung aus.
  • Variable Bitrate erzeugt kurze Datenraten-Spitzen, die deutlich über dem angegebenen Dateidurchschnitt liegen können.
Signale richtig einordnen

Nicht jedes Ruckeln hat dieselbe Ursache

Buffering prüfen
Wiederkehrende Ladepausen bei unveränderter Bildqualität deuten zunächst auf einen Durchsatzengpass hin. Entscheidend sind nicht nur die durchschnittliche Bitrate, sondern kurze Spitzen des Quellmaterials und die tatsächlich verfügbare WLAN-, LAN- oder Internetrate.
Qualitätsabfall lesen
Sinkt die Auflösung während der Wiedergabe oder zeigt das Plex-Dashboard eine konvertierte Bitrate, begrenzt eine Qualitätsvorgabe den Stream. Das ist kein Beleg für ein zu schwaches NAS; oft erzwingt ein Remote-Profil die Transkodierung.
Serverlast erkennen
Hohe CPU- oder GPU-Auslastung, steigende Transkodierungswarteschlangen und Bildaussetzer trotz schnellem Netzwerk sprechen für einen Serverengpass. Besonders anspruchsvoll sind 4K-HDR-Transcodes mit Tonformat-Konvertierung oder eingebrannten Untertiteln.
Wiedergabeweg trennen
Lokale Clients können direkt abspielen, Remote-Clients benötigen ausreichend Upload. Läuft die Verbindung über Plex Relay, ist die Datenrate stark begrenzt; selbst ein leistungsfähiges NAS kann dann keinen hochbitratigen Stream liefern.
Wiedergabepfade

Was Plex tatsächlich verarbeiten muss

Direct Play

Die Datei erreicht den Client unverändert: Video, Audio, Container und Untertitel werden nativ unterstützt. Das NAS liefert nur Daten; ausreichend ist eine stabile Übertragungsrate oberhalb der Bitratenspitzen.

Direct Stream

Die Video- und meist auch Audiospuren bleiben erhalten, Plex verpackt sie jedoch in einen anderen Container, etwa von MKV nach MP4. Das beansprucht kaum Rechenleistung, kann aber bei problematischen Untertiteln oder Audiospuren in eine vollständige Transkodierung übergehen.

Videotranskodierung

Plex dekodiert und kodiert das Bild neu, wenn Codec, Profil, Level, Farbtiefe, HDR-Verarbeitung oder Zielbitrate nicht zum Client passen. Ein 4K-HEVC-Video kann daher trotz grundsätzlich vorhandener 4K-Unterstützung CPU- oder GPU-Leistung erzwingen.

Audiotranskodierung

Nicht unterstützte Formate wie TrueHD, DTS-HD MA oder Mehrkanal-Audio werden häufig in AAC oder AC-3 umgewandelt. Das ist leichter als Video-Transkodierung, kann aber Direct Play verhindern und bei leistungsschwachen NAS zusätzlich Verzögerungen verursachen.

Untertitel und Bitrate

Bildbasierte PGS- oder VobSub-Untertitel müssen auf vielen Clients ins Bild eingebrannt werden; das erzwingt Videotranskodierung. Auch ein aktiviertes Qualitätslimit oder Bitratenspitzen über WLAN können die gewählte 4K-Datei praktisch ungeeignet machen.

Praxisprüfung

Messung unter Last

  • Fehlerstelle starten

    Dashboard öffnen.

  • Modus und Last

    Wiedergabemodus, Durchsatz, CPU und GPU parallel ablesen.

  • Transkodierung trennen

    Video, Audio, Untertitel einzeln prüfen.

  • Puffer bewerten

    Fallend unter Last: Echtzeitdefizit; niedriger Durchsatz: Netzwerk.

Plex-Fehler am NAS vermeiden

NASCompares zeigt typische Plex-Serverfehler bei NAS-Konfigurationen.

Kompatibilität vor Rechenleistung

4K, HDR und Untertitel: Die typischen Irrtümer

Annahme
Ein 4K-fähiger Fernseher spielt jede 4K-Datei direkt ab.
Tatsächlich

Entscheidend sind Codec, Profil, Farbtiefe, HDR-Format, Bildrate und Bitrate — nicht allein die Auflösung.

Warum das zählt

Ein HEVC-Main10-Stream mit Dolby Vision kann auf einem Gerät scheitern, das zwar 4K und HDR10, aber kein passendes Dolby-Vision-Profil unterstützt. Plex weicht dann auf Video-Transkodierung aus.

Annahme
HDR verursacht höchstens ein falsches Bild, aber keine Last.
Tatsächlich

Muss HDR in SDR umgewandelt werden, benötigt Plex eine rechenintensive Farbtonzuordnung zusätzlich zur Video-Transkodierung.

Warum das zählt

Besonders HEVC 10-Bit mit HDR10 oder Dolby Vision belastet schwächere NAS-Prozessoren erheblich; Hardware-Transkodierung und korrekt unterstützte HDR-Wiedergabe sind dann entscheidend.

Annahme
Audio und Untertitel sind für die Leistung nebensächlich.
Tatsächlich

Nicht unterstütztes TrueHD, DTS-HD oder EAC3 kann Audio-Transkodierung auslösen; bildbasierte PGS- oder VobSub-Untertitel erzwingen oft sogar die Video-Konvertierung.

Warum das zählt

Textbasierte externe SRT-Untertitel lassen sich meist direkt über das Bild legen. Werden Bilduntertitel eingebrannt, muss Plex jedes Videobild neu kodieren.

Annahme
Die höchste Qualität ist immer die beste Einstellung.
Tatsächlich

Eine clientgerechte Datei ist zuverlässiger als eine technisch aufwendige Konvertierung in Echtzeit.

Warum das zählt

HEVC oder AVC im vom Client unterstützten Profil, ein kompatibler Mehrkanalton samt AAC- oder AC3-Ausweichspur und SRT-Untertitel halten den Pfad bei Direktwiedergabe.

Praxisregel
Direktwiedergabe wird bereits bei der Medienplanung entschieden

Für problematische Zielgeräte sind SRT statt PGS, eine AC3- oder AAC-Alternativspur und ein nachweislich unterstütztes Video-Profil wirkungsvoller als ein leistungsstärkeres NAS. Bei HDR sollte der Client das konkrete Format nativ beherrschen; andernfalls ist eine separate SDR-Fassung oft die robustere Lösung.

Wenn die CPU limitiert

Rechenengpässe gezielt entschärfen

Erst den Wiedergabepfad vereinfachen, dann die Serverleistung ausbauen.

Steht im Plex-Dashboard während der Störung eindeutig „Transkodierung“, sollte nicht sofort neue Hardware angeschafft werden. Zuerst lohnt sich ein Test mit dem nativen Client des Fernsehers, Apple TV oder Shield TV statt Browser oder älterer TV-App. Die Qualitätsvorgabe muss dabei auf Originalqualität stehen; ein künstlich niedriges Limit erzeugt selbst bei schnellem LAN einen Transkodierungsauftrag.

Den Medienpfad vereinfachen

Eine kompatible Audio- oder Untertitelspur kann mehr bewirken als zusätzliche CPU-Leistung. SRT-Untertitel statt bildbasierter PGS-Spuren, AAC oder AC-3 zusätzlich zu TrueHD sowie ein verbreitetes Videoformat reduzieren erzwungene Umwandlungen. Für wiederkehrende Fälle ist eine optimierte Version in 1080p oder als kompatibles H.264/H.265-Profil sinnvoller als jede Wiedergabe live umzucodieren.

Die Auswahl beim NAS für Plex-Streaming richtet sich deshalb nicht allein nach der Zahl der Laufwerksschächte. Entscheidend sind CPU-Architektur, integrierte GPU und die Unterstützung durch Plex.

Hardwaretranskodierung realistisch bewerten

Hardwaretranskodierung benötigt in Plex einen aktiven Plex Pass und einen unterstützten Intel-Quick-Sync-, NVIDIA-NVENC- oder passenden AMD-Grafikpfad. Sie entlastet die CPU vor allem bei H.264 und HEVC erheblich, ist aber kein Freibrief: HDR-Tonemapping, eingebrannte Bilduntertitel und mehrere gleichzeitige 4K-Streams können die Fähigkeiten eines ARM-NAS oder älterer Intel-Generation übersteigen.

Bei mehreren Haushalten sind Direktwiedergabe und vorab optimierte Fassungen planbarer als die Annahme, ein NAS bewältige beliebig viele parallele 4K-Transkodierungen. Erst wenn Client, Qualitätslimit und Medienprofil bereinigt sind, rechtfertigt die gemessene Last einen Plattformwechsel oder einen separaten Plex-Server.

Der Gegencheck

Wenn Direct Play trotzdem puffert

Netzwerkengpässe zeigen sich nicht an der Dateigröße.

Zeigt das Plex-Dashboard Direct Play und bleibt die CPU-Last des NAS niedrig, liegt der Engpass meist auf dem Übertragungsweg. Entscheidend ist nicht die durchschnittliche Dateigröße, sondern die höchste kurzfristig benötigte Datenrate: Eine 4K-Datei mit 25 Mbit/s im Mittel kann Szenen mit deutlich höheren Spitzen liefern.

Datenrate mit Reserve bewerten

Das LAN oder WLAN muss diese Spitzen dauerhaft als Netto-Datenrate tragen – nach Protokoll-Overhead, Störungen und parallelem Verkehr. Gigabit-Ethernet bietet dafür meist reichlich Spielraum; problematisch sind häufig 100-Mbit-Ports, schwache Switches oder Powerline-Strecken. Die Grundlagen eines NAS helfen, Schnittstellen und Netzpfad korrekt einzuordnen.

WLAN kann selbst bei hoher angezeigter Linkrate scheitern. Entfernung, Kanalbelegung, Roaming und verlorene Pakete erzwingen Neuübertragungen; der verfügbare Durchsatz schwankt dann stärker als der Puffer ausgleichen kann.

  • Testweise Client per Ethernet verbinden.
  • Während der Wiedergabe einen Durchsatztest im selben Netz ausführen.
  • Für hochbitratige Remuxes mindestens 30–50 % Reserve über der gemessenen Spitzenbitrate einplanen.

Ruckelt die Wiedergabe per Kabel nicht mehr, ist nicht Plex zu langsam, sondern die Funkstrecke zu unbeständig.

Übertragungswege prüfen

Netzwerkpfad statt WLAN-Symbol messen

  • Wiedergabeort trennen

    Lokale Clients, Zugriffe über das Heim-WLAN und externe Streams getrennt testen. Ein störungsfreier LAN-Stream beweist weder die WLAN-Qualität noch ausreichenden Internet-Upload.

  • WLAN auf Band und Uplink prüfen

    2,4 GHz, geringe Signalstärke und belegte Kanäle bremsen hochbitratige Dateien. Bei Mesh-Systemen zählt auch der Backhaul: Ein drahtloser Uplink halbiert oft die verfügbare Funkzeit und kann den NAS-Pfad begrenzen.

  • Ethernet-Linkrate kontrollieren

    NAS, Switch und Client müssen mit 1 Gbit/s oder mehr aushandeln. Ein defektes Kabel, ein alter Switchport oder Energiesparen kann unbemerkt auf 100 Mbit/s fallen; für 4K-Spitzen bleibt dann wenig Reserve.

  • Powerline nicht als LAN behandeln

    Powerline reagiert empfindlich auf Stromkreise, Störer und Phasen. Die angezeigte Bruttorate ist kein Streaming-Durchsatz; ein direkter Kabeltest ist die verlässliche Gegenprobe.

  • Remote-Pfad und Relay ausschließen

    Extern begrenzen Heim-Upload, Router-Freigabe und Gegenstellennetz. Bleibt Plex im Relay, ist der Durchsatz stark eingeschränkt; Direct Connection und realer Upload unter Last sind entscheidend.

Für belastbare Tests eine Datei mit bekannter hoher Bitrate verwenden und parallel im Plex-Dashboard den Übertragungsmodus prüfen.

Durchsatz richtig nachweisen

Ein Streamingpfad ist nur so zuverlässig wie sein schwächstes Glied.

Ein Internet-Speedtest misst meist den Weg zu einem nahen Server – nicht NAS, Switch, WLAN-Client und Wiedergabegerät. Auch ein einzelner Dateikopiervorgang kann täuschen: Caches glätten kurze Aussetzer, während Plex auf kontinuierliche Lieferung angewiesen ist.

Messkette statt Einzelwert

  • Link-Anzeigen prüfen: NAS, Switch und Client sollten tatsächlich mit 1 Gbit/s oder mehr verbunden sein; ein auf 100 Mbit/s gefallener Port begrenzt netto auf etwa 90–95 Mbit/s.
  • iperf3 nutzen: Server auf dem NAS oder einem Kabel-PC starten, Client am Abspielgerät messen. Tests in beide Richtungen und über mehrere Minuten zeigen Einbrüche, Paketverluste und schwankendes WLAN.
  • Plex-Dashboard danebenlegen: Die dort sichtbare aktuelle Bitrate muss mit Reserve unter dem nachhaltig gemessenen Durchsatz bleiben.

Gigabit-Ethernet bietet für einzelne 4K-Streams gewöhnlich reichlich Spielraum. 100 Mbit/s ist bei hochbitratigen Remuxes bereits Grenzbetrieb; instabiles WLAN bleibt es selbst bei hoher angezeigter Linkrate.

Dritter Engpass

Wenn die Datenträger nicht nachkommen

Auch ohne CPU- oder Netzwerkproblem kann der Speicherpfad die Wiedergabe ausbremsen.

Eine hohe CPU-Reserve und ein schneller Netzwerklink helfen nicht, wenn das NAS die Mediendatei nicht kontinuierlich liest. Besonders kritisch sind gleichzeitige Backups, Cloud-Synchronisation, Fotoindizierung, Torrent-Downloads oder Scrubs. Ein RAID-Rebuild und eine RAID-Resynchronisierung können die Latenz massiv erhöhen, selbst wenn die angezeigte Transferrate noch plausibel wirkt.

Last und Laufwerkszustand prüfen

Im NAS-Monitoring zählen nicht nur MB/s, sondern Datenträgerauslastung, Antwortzeit und Warteschlangentiefe. Steigen diese während eines Puffervorgangs dauerhaft, liegt ein I/O-Engpass nahe. SMART-Warnungen, wiederzugewiesene Sektoren, Lesefehler und auffällig langsame Einzelplatten verlangen eine Prüfung; bei RAID-Systemen kann ein einziges problematisches Laufwerk alle Zugriffe bremsen. Für Medienarchive eignen sich Festplatten mit Eignung für konstante Transkodierlast und dauerhafte Lesezugriffe besser als beliebige Desktop-Modelle.

Transcode-Verzeichnis nicht übersehen

Plex liest nicht nur das Original: Beim Transkodieren entstehen fortlaufend temporäre Segmente. Liegt das Transcode-Verzeichnis auf demselben, ausgelasteten HDD-Volume, konkurrieren Lesen und Schreiben um dieselben Köpfe. Eine SSD als Transcode-Ziel reduziert Zugriffszeiten deutlich; sie benötigt ausreichend freien Platz, da mehrere Streams und hohe Bitraten den Bedarf rasch steigern. Auch nahezu volle Volumes sind problematisch: Dateisystem und RAID brauchen Reserven für Metadaten, Fragmentierung und Schreibvorgänge.

Versteckte Grenzen

Wenn Plex selbst den Flaschenhals setzt

Richtlinien, Ressourcen und Virtualisierung prüfen

Ein leistungsfähiger Server kann künstlich ausgebremst werden. In den Plex-Client-Einstellungen sollte die Heimqualität auf „Original“ beziehungsweise maximale Qualität stehen; eine niedrigere Vorgabe erzwingt Transkodierung, obwohl Direct Play möglich wäre. Für externe Zugriffe zählen zusätzlich das Remote-Qualitätslimit und der tatsächlich verfügbare Upload. Auch „automatisch anpassen“ kann bei kurzen WLAN-Schwankungen die Qualität absenken und wiederholte Transcodes auslösen.

Gleichzeitige Sitzungen realistisch bewerten

Mehrere parallele Wiedergaben teilen sich Hardware-Encoder, CPU, RAM und Datenträgerzugriffe. Das Dashboard zeigt, ob ein zweiter Stream den ersten in die Warteschlange drängt. Sinnvoll sind feste Qualitätsprofile und gegebenenfalls eine Begrenzung gleichzeitiger Transcodes.

Container und virtuelle NAS-Systeme

In Docker oder einer VM genügt erkannte Intel-Grafik nicht: Quick Sync muss als /dev/dri beziehungsweise per GPU-Passthrough an Plex durchgereicht sein. Fehlende Geräteberechtigungen, zu knapp bemessener RAM oder ein aggressiver Speicher-Swap machen Hardwaretranskodierung unzuverlässig. Auf NAS-Systemen sollten außerdem Plex-Prozessrechte auf Medien- und Transcode-Verzeichnis sowie ausreichend freier Arbeitsspeicher geprüft werden.

Abschluss der Diagnose

Änderungen nur im kontrollierten Vergleich bewerten

  1. Eine feste Referenz definieren

    Dieselbe Datei, derselbe Client, dieselbe Netzwerkstrecke und dieselbe Qualitätsstufe bilden den Vergleichsmaßstab. Besonders aussagekräftig ist ein Titel, bei dem das Problem innerhalb weniger Minuten zuverlässig auftritt.

  2. Je Testlauf nur einen Faktor ändern

    Etwa den Client auf Direct Play umstellen, den Server per Ethernet anbinden oder das Transcode-Verzeichnis auf SSD verlegen. Mehrere Änderungen zugleich erzeugen zwar gelegentlich Erfolg, liefern aber keine Ursache.

  3. Den Wiedergabepfad erneut belegen

    Im Plex-Dashboard müssen Direct Play, Direct Stream oder Transkodierung, gewählte Bitrate, Pufferverhalten und Serverlast erneut kontrolliert werden. Ein ruckelfreier Lauf genügt nicht, wenn Plex weiterhin unerwartet Video transkodiert.

  4. Kurzzeitige und dauerhafte Wirkung trennen

    Der Test sollte über mehrere problematische Szenen und mindestens einen erneuten Start laufen. Ein größerer Startpuffer kann Symptome verzögern, beseitigt aber weder zu geringe Bandbreite noch fehlende Transkodierungsreserven.

  5. Erst danach dauerhaft umstellen

    Die erfolgreiche Maßnahme wird dokumentiert und auf weitere betroffene Geräte oder Medien übertragen. Bleibt der Fehler aus, ist der Engpass belegt; bleibt er bestehen, folgt der nächste Test am bislang nicht bestätigten Pfad.

Für Remote-Tests bleiben auch Standort, Internetzugang und die aktivierte Qualitätsvorgabe unverändert.

Conclusion
  • Ein plausibler Verdacht ist keine Diagnose; entscheidend ist der reproduzierbare Vorher-Nachher-Vergleich.
  • Ein störungsfreier Test ohne gleichen Wiedergabepfad beweist keine dauerhafte Lösung.

Zuverlässige Fehlersuche endet nicht mit einer allgemeinen Plex-Optimierung, sondern mit einem reproduzierbar beseitigten Engpass. Konstante Testbedingungen machen sichtbar, ob Rechenleistung, Datenträger oder Netzwerkpfad tatsächlich die Ursache war.

9 Kommentare zu „Warum Plex vom NAS ruckelt: Ist die Transkodierung oder das Netzwerk schuld?“

  1. Avatar von Anke R.
    Anke R.

    Der Hinweis zu den Bitratenspitzen war Gold wert. Mein 4K-Remux lief im Plex-Dashboard als Direct Play, hat aber an einer bestimmten Szene immer gepuffert.

    Am Ende hing der Fernseher per 100-Mbit-LAN am Switch. Durchschnittlich hätte es wohl gereicht, bei den Spitzen eben nicht. Gigabit-Switch dazwischen und fertig. Man denkt bei „Direct Play“ leider viel zu schnell: Netzwerk kann es nicht sein.

    1. Avatar von Jesper Olsen
      Jesper Olsen

      Genau dieser Fall wird oft übersehen. Die durchschnittliche Dateibitrate sagt wenig über kurze Peaks aus, und netto bleiben bei 100 Mbit/s deutlich weniger Reserven als auf dem Papier. Gut, dass du den Pfad bis zum TV geprüft hast.

  2. Avatar von Ralf
    Ralf

    Bei mir war das Qualitätslimit im Plex-Client auf „Automatisch“ der Übeltäter. Der Fernseher konnte HEVC direkt, Plex hat bei schwankender Verbindung trotzdem runtergeregelt und neu transkodiert. Fest auf Original gestellt, Passthrough für Audio aktiviert – läuft.

  3. Avatar von Klaus M.
    Klaus M.

    Ich würde bei „Hardwaretranskodierung hilft“ noch stärker bremsen: Mein Intel-NAS kann zwar H.264 flott, bei 4K HDR mit Tonemapping ist aber sehr schnell Schluss. Zwei Streams und die Kiste klingt wie ein kleiner Staubsauger 😅

    Außerdem muss man beim NAS-Modell genau hinschauen, welche iGPU überhaupt drinsteckt. Plex Pass kaufen allein ist keine Wunderheilung.

  4. Avatar von Miriam L.
    Miriam L.

    Sehr vernünftiger Artikel, vor allem der Punkt mit nur einer Änderung pro Test. Ich habe vorher gleichzeitig Docker mehr RAM gegeben, WLAN umgestellt und die Streaming-Qualität verändert – danach wusste natürlich niemand mehr, was geholfen hatte 🙈

    Jetzt habe ich eine problematische Folge als Referenz und notiere Dashboard-Status, CPU und iperf3-Wert. Nicht glamourös, aber wesentlich schneller als die übliche „mal neu starten“-Methode.

  5. Avatar von JennyB
    JennyB

    Kurze Ergänzung aus leidvoller Erfahrung: Powerline ist kein Netzwerk. Zumindest nicht bei mir. Laut Adapter 600 Mbit, real mit iperf3 teilweise 28 und dann wieder 90, je nachdem wer gerade die Waschmaschine anschaltet. Plex war nur der Überbringer der schlechten Nachricht.

    1. Avatar von Matthias
      Matthias

      Kann ich bestätigen. Bei mir war ein Netzteil im Arbeitszimmer der Störer. Für einen 1080p-Stream ging es meist, bei 4K war es reines Glücksspiel.

    2. Avatar von Jesper Olsen
      Jesper Olsen

      Die beworbene Powerline-Rate ist leider keine nutzbare Stream-Garantie. Entscheidend sind Messungen über einige Minuten und nicht nur ein einzelner Spitzenwert. Wenn möglich: testweise ein langes LAN-Kabel legen; damit trennt man Powerline als Ursache sehr schnell von Plex oder dem NAS.

  6. Avatar von Nina
    Nina

    Danke für den Abschnitt zum Transcode-Verzeichnis. Ich hatte es auf dem RAID liegen, während gleichzeitig ein Scrub lief. Bild blieb kurz stehen, CPU war aber unauffällig – das hat mich komplett in die falsche Richtung geschickt.

    Temporäres Verzeichnis auf eine kleine SSD verschoben und genug freien Platz gelassen. Seitdem keine Aussetzer mehr, auch wenn mehrere Leute schauen.

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