DJI Air 3 vs. Mavic 3: Welche Fotoqualität passt zum eigenen Portfolio?

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DJI Air 3 vs. Mavic 3: Welche Fotoqualität passt zum eigenen Portfolio?
Entscheidend ist die Reserve

Die bessere Kamera ist nicht automatisch die passendere Portfolio-Entscheidung.

Ein Architekturmotiv steht im harten Gegenlicht, der Kunde verlangt einen großformatigen Print, und im Schatten der Fassade sollen noch Zeichnung und neutrale Farben erhalten bleiben. In diesem Moment zählt nicht die Zahl der Kameras, sondern wie viel Spielraum die Datei nach der Landung bietet.

Die DJI Mavic 3 richtet sich mit ihrem größeren Four-Thirds-Hasselblad-Sensor an Arbeiten, bei denen saubere Tonwertübergänge, hohe Dynamikreserven und belastbare Dateien für Print, Beschnitt oder intensive RAW-Bearbeitung Priorität haben. Ihre Bildqualität zahlt sich besonders bei Landschaft, Architektur, Fine Art und wiederkehrenden Kundenproduktionen aus.

Die DJI Air 3 ist dagegen dann überzeugend, wenn Perspektivwechsel den Bildwert erzeugen: Die 24-mm-Weitwinkel- und 70-mm-Telekamera ermöglichen aus einem Flug unterschiedliche Bildsprachen, ohne einen Standortwechsel zu erzwingen. Für Social Content, Web, Reportage, Tourismus und dynamische Immobilienproduktionen ist diese Flexibilität oft wertvoller als die letzte Reserve in Schatten und Lichtern. Entscheidend ist daher das Endmedium: Bildschirmformate verzeihen kleinere Sensoren eher als großformatige Drucke oder stark bearbeitete Kampagnenmotive.

Kurz eingeordnet
  • Mavic 3: Four-Thirds-Sensor für höchste Reserven bei RAW-Entwicklung und großem Output.
  • Air 3: 24 mm und 70 mm erweitern die visuelle Auswahl pro Flug deutlich.
Passende Zuordnung

Entscheidend ist der spätere Bildeinsatz

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Die Air 3 passt zu mobilen Produktionen, in denen der Wechsel zwischen 24 und 70 mm während eines Fluges gestalterisch wichtiger ist als maximale Reserven in einer einzelnen Weitwinkelaufnahme. Ihre zwei Kameras beschleunigen Perspektivwechsel, ohne die Position neu anfliegen zu müssen.
DJI Mavic 3, Drone with 4/3 CMOS Hasselblad Camera, 5.1K Video, Omnidirectional Obstacle Sensing, 46 Mins Flight, Advanced Auto Return, 15km Video Transmission, FAA Remote ID Compliant, Gray
Für Profis mit höchsten Ansprüchen an Fotoqualität
Die Mavic 3 zahlt sich aus, wenn das 24-mm-Bild in großen Prints, Architekturmotiven oder stark bearbeiteten RAW-Dateien bestehen muss. Der 4/3-Sensor und die variable Blende schaffen sichtbar mehr Spielraum bei Tonwerten, Rauschen und Belichtung.
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Mobile Vielseitigkeit
DJI Air 3 mit dualer Hauptkamera
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RAW- und Printreserve
DJI Mavic 3 mit Hasselblad-Kamera
24 + 70 mm
Kamerakonzept
24 mm, 4/3-Sensor
2
RAW-Spielraum
3
3
Perspektivwechsel
2
2
Großformat-Print
3
fest
Blendenkontrolle
variabel
Ansehen Ansehen
Dateien bewerten

Die Aufnahme zählt erst, wenn sie ausgearbeitet ist

Megapixel und maximale Videoauflösung sagen wenig darüber aus, wie belastbar eine Datei nach Korrekturen bleibt. Maßstab sind Motiv, Licht und das geplante Endformat.

Sensorfläche und Detailreserve

Der 4/3-Sensor der Mavic 3 liefert bei der Weitwinkelkamera mehr verwertbare Information pro Bildpunkt. Das zeigt sich besonders in fein strukturierten Landschaften, zurückhaltender Nachschärfung und großen Drucken; die 48-MP-Dateien der Air 3 ersetzen diese Reserve nicht automatisch.

Licht, Dynamik und Farbe

Bei Gegenlicht oder in tiefen Schatten lässt sich das RAW der Mavic 3 in der Regel weiter öffnen, bevor Rauschen und Farbstiche sichtbar werden. Die Air 3 liefert bei gutem Licht sehr überzeugende Dateien, verlangt bei starken Tonwertkorrekturen jedoch mehr Zurückhaltung.

Optik als Bildentscheidung

Die feste Blende der Air 3 bindet Belichtung und Bewegungsunschärfe stärker an ND-Filter. Die variable Blende des Mavic-3-Weitwinkels erleichtert Video und längere Belichtungen; zugleich schafft das 70-mm-Tele der Air 3 Perspektiven, die bei Architektur, Bergen und Motiven mit klarer Verdichtung oft wichtiger sind als ein kleiner Qualitätsvorsprung.

Einordnung
Nicht die stärkste Datei gewinnt immer

Für großformatige Landschaftsprints, intensive RAW-Bearbeitung und schwieriges Licht ist die Mavic 3 die sicherere Wahl. Besteht ein Portfolio jedoch von Motiven, die vom Wechsel zwischen Weite und 70 mm leben, kann die Air 3 häufiger das besser komponierte und damit wertvollere Bild liefern.

Die Grundlage

Sensorgröße wird in der Ausarbeitung sichtbar

Warum Four Thirds mehr als eine Datenblattzahl ist

Der Four-Thirds-Sensor der Mavic 3 besitzt gegenüber dem 1/1,3-Zoll-Sensor der Air 3 deutlich mehr lichtsammelnde Fläche. Das schafft keine automatisch besseren Motive, verschiebt aber die technische Grenze: Bei gleicher Bildwirkung kann die Mavic 3 niedrigere ISO-Werte oder sanftere Aufhellungen in Kauf nehmen. Ihr 24-mm-Hauptkamera-RAW hält feine Helligkeitsabstufungen und Farbnuancen stabiler fest.

Wenn Schatten und Tonwerte kritisch werden

Der Vorsprung zeigt sich vor allem in kontrastreichen Landschaften, Gegenlicht und Aufnahmen rund um Sonnenauf- oder -untergang. Werden dunkle Bildpartien in der RAW-Entwicklung angehoben, bleibt bei der Mavic 3 das Rauschen feiner und die Farbinformation verlässlicher; auch helle Wolkenkanten lassen sich häufig kontrollierter zurückholen. Bei der Air 3 können starke Korrekturen schneller zu körnigen Schatten, Farbverschiebungen oder weniger geschmeidigen Übergängen führen.

Für große, sorgfältig bearbeitete Drucke, Architekturdetails und Motive mit subtilen Verläufen ist diese Reserve relevant. Die nominellen 48 Megapixel der Air 3 ändern daran nur begrenzt etwas: Sie entstehen aus einem Quad-Bayer-Sensor und ersetzen weder Sensorfläche noch den Tonwertspielraum eines größeren Einzelbildsensors.

Bei gutem Tageslicht ist die Air 3 dennoch keineswegs die schwache Option. Mit korrekt belichteten RAW-Dateien liefert sie überzeugende Details, saubere Farben und ausreichend Spielraum für Web, Editorials und viele Druckformate. Ihr 70-mm-Tele kann zudem eine Bildidee ermöglichen, die mit der Mavic-3-Hauptkamera gar nicht entsteht; die bessere Perspektive wiegt technische Mehrreserve oft auf.

Einordnung
Belichtung schützt die kleinere Sensorfläche

Bei der Air 3 lohnt es sich, helle Partien konsequent vor dem Ausfressen zu schützen und Schatten nur moderat anzuheben. Die Mavic 3 verzeiht in derselben Szene deutlichere RAW-Korrekturen, ist aber ebenfalls kein Ersatz für eine saubere Belichtung.

Geeignet für Reisereportagen Immobilienclips Web-Produktionen
Weniger geeignet für Großformatige Prints Nachtaufnahmen
Stärken
  • Zwei gleichartige 1/1,3-Zoll-Sensoren bei 24 und 70 mm
  • Konsistente Bildwirkung ohne Qualitätsabfall im Telebereich
  • 46 Minuten Flugzeit erleichtern umfangreiche Serien
  • Rundum-Hinderniserkennung stärkt die Arbeit in komplexen Motiven
Grenzen
  • Weniger RAW- und Schattenreserve als der Four-Thirds-Sensor der Mavic 3
  • Feste Brennweiten verlangen bewusste Positionswahl
  • Bei wenig Licht steigen Rauschen und Einschränkungen bei der Nachbearbeitung schneller

Kurzurteil Die Air 3 macht zwei hochwertige, klar unterscheidbare Perspektiven schnell verfügbar. Sie ist besonders stark, wenn Mobilität und eine konsistente Bildserie wichtiger sind als maximale RAW-Reserven.

Bildqualität bei Tageslicht 8.8
Brennweiten-Flexibilität 9.2
RAW-Reserve 7.4
Mobilität im Einsatz 9.3
Schwachlichtleistung 7.2
Four Thirds, 20 MP Hauptsensor
24 mm äquivalent Hauptbrennweite
f/2,8–f/11 Variable Blende
5,1K Maximalvideo
162 mm äquivalent Telebrennweite
Besonders passend für RAW-Entwicklung Fine-Art-Prints Architekturfotografie
Weniger passend für Gleichwertige Doppelkameras Kleines Budget
Stärken
  • Sehr hohe Tonwert- und Detailreserven im 24-mm-RAW
  • Variable Blende unterstützt kontrollierte Belichtung ohne ND-Filter
  • Hauptkamera eignet sich überzeugend für große Ausgaben und intensive Entwicklung
  • Tele schafft Perspektiven aus sicherer Distanz
Grenzen
  • Telekamera erreicht nicht die Bildqualität der Four-Thirds-Hauptkamera
  • Nur eine Kamera auf dem Niveau der zentralen Fotokamera
  • Größerer finanzieller Einsatz als bei der Air 3

Kurz eingeordnet Die Mavic 3 ist vor allem wegen ihrer Hauptkamera interessant: Ihr 24-mm-RAW trägt Korrekturen, feine Übergänge und anspruchsvolle Ausgaben sichtbar souveräner. Das Tele ergänzt den Bildautor, ersetzt diese Bildbasis aber nicht.

Für anspruchsvolle Bilddateien

Wer die Hauptkamera als verlässliche Quelle für hochwertige Standbilder einplant, erhält mit der Mavic 3 die überzeugendere Plattform. Sensorfläche, variable Blende und die RAW-Reserven zahlen sich besonders aus, wenn Dateien nachträglich präzise geformt oder groß ausgegeben werden.

Das Tele ist wertvoll für komprimierte Motive und schwer zugängliche Perspektiven. Die Qualitätsentscheidung fällt jedoch an der 24-mm-Hasselblad-Kamera – dort spielt die Mavic 3 ihre klare Distanz zur Air 3 aus.

Mavic 3 wählen
Die stärkere Wahl, wenn das 24-mm-Bild zählt Premium-Wahl
4/3-Sensor Hasselblad-Kamera 5.1K-Video
Dateireserven

48 MP sind keine Sensorgröße

Warum Auflösung nur unter günstigen Bedingungen zusätzliche Reserven schafft

Die 48-MP-Angabe der Air 3 ist vor allem als Option für gut ausgeleuchtete, fein strukturierte Motive zu lesen. Bei Architektur, Landschaften mit klar gezeichneten Feldern oder statischen Produktaufnahmen können die zusätzlichen Pixel einen engeren Beschnitt erlauben. Für Web-Ausgaben, kleinere Drucke und moderate Ausschnittkorrekturen ist das ausgesprochen nützlich – sofern Fokus, Verschlusszeit und Luft ruhig genug sind.

Entscheidend ist jedoch nicht allein die Pixelzahl, sondern wie viele saubere Bildinformationen jeder Pixel tatsächlich trägt. Der größere Four-Thirds-Sensor der Mavic 3 sammelt mehr Licht und zeichnet Tonwertübergänge in der nativen RAW-Datei stabiler. Eine 20-MP-Datei kann daher nach Belichtungskorrektur, lokaler Kontrastarbeit und Ausgabe für den Druck überzeugender wirken als ein 48-MP-Bild mit stärkerem Rauschen oder geglätteten Mikrodetaillen.

Gegenlicht und glänzende Flächen

Bei tief stehender Sonne, reflektierenden Fenstern oder Wasserflächen wird der Abstand besonders deutlich. Helle Reflexe clippen auf dem kleineren Sensor schneller, während zugleich Schatten angehoben werden müssen. Die Mavic 3 hält in solchen Dateien meist mehr Zeichnung in hellen Fassadenpartien und dunklen Vordergründen; die variable Blende erleichtert zudem, Belichtungszeit und ISO kontrolliert zu halten. Ein professionell aufgebauter RAW-Workflow nutzt diese Reserve erst konsequent aus.

Waldschatten als Praxistest

Im Wald treffen dunkle Kronenschatten auf punktuelle Sonnenflecken – ein Motiv, das hohe Dynamik und saubere Farbwiedergabe fordert. Die Air 3 kann bei korrekter Belichtung ein detailreiches Ergebnis liefern, sollte aber Highlights priorisieren und Schatten nur zurückhaltend öffnen. Bei der Mavic 3 bleiben feine Verästelungen, Laubstruktur und neutrale Schattenfarben nach stärkerer Bearbeitung eher erhalten.

Für großformatige Prints, anspruchsvolle Immobilienfassaden oder Composings ist deshalb die native RAW-Qualität der Mavic 3 maßgeblich. Die 48 MP der Air 3 sind hingegen eine wertvolle Ausschnittreserve für Aufnahmen, deren Licht bereits stimmt.

Pixel helfen erst nach einer sauberen Belichtung

48 MP erhöhen den Spielraum beim Beschnitt, ersetzen aber weder Dynamikumfang noch rauscharmes RAW. Besonders bei Reflexionen und tiefen Schatten entscheidet der Sensor über die belastbare Datei.

Workflow und Bildsprache

Farbe standardisieren, Brennweite bewusst wählen

Der verlässliche Look entsteht in der Entwicklung; die zweite Frage lautet, welche Perspektive im Archiv tatsächlich fehlt.

Die Hasselblad Natural Colour Solution der Mavic 3 ist kein Ersatz für einen definierten Farbworkflow. Sie liefert eine überzeugende Ausgangscharakteristik, doch Serienkonsistenz entsteht erst durch identische Entwicklungsschritte. Besonders bei Luftbildern verändern Dunst, tief stehende Sonne und automatische Weißabgleiche den Farbeindruck stärker als ein Kameralogo.

Farbe reproduzierbar entwickeln

Der Weißabgleich sollte deshalb bei zusammengehörigen RAW-Dateien auf einen festen Kelvin-Wert und gegebenenfalls eine einheitliche Magenta-Grün-Korrektur gesetzt werden. Anschließend lohnt sich ein kamerabezogenes DNG-Preset: Objektivkorrektur, Grundkontrast, Lichterwiederherstellung, Farbprofil und eine zurückhaltende Schärfung werden einmal sauber festgelegt und nur motivabhängig ergänzt.

  • Mavic 3: Das Hasselblad-Profil als Ausgangspunkt prüfen, nicht blind übernehmen; bei Mischlicht bleibt ein neutraler Referenzpunkt wichtiger.
  • Air 3: Für 24 und 70 mm getrennte Presets anlegen. So bleiben Kontrast, Blautöne und Mikrokontrast beider Kameras innerhalb einer Serie näher beieinander.
  • Beide Modelle: Entscheidungen auf einem kalibrierten Display treffen. Ein unkalibrierter, zu kühler Monitor macht vermeintlich warme Presets im Druck oder auf anderen Displays schnell zu gelb.

Ein exportierter Testsatz mit Hauttönen, Vegetation, Wasser und neutralen Flächen zeigt zuverlässiger als Einzelbilder, ob der Portfolio-Look trägt.

Die fehlende Perspektive erkennen

Danach sollte nicht der Sensor, sondern die Brennweitenlücke im vorhandenen Archiv entscheiden. Das 24-mm-Äquivalent beider Hauptkameras eignet sich für räumlichen Kontext: Architektur, Landschaftsschichten, Immobilien und etablierende Einstiege. Die Air 3 ergänzt diesen Blick mit 70 mm, das Motive sichtbar verdichtet und störende Umgebung aus dem Bild nimmt – häufig der stärkere Unterschied in Reportage-, Reise- und Social-Serien.

Das längere Tele der Mavic 3 mit etwa 162 mm dient dagegen vor allem Distanzmotiven: scheue Tiere, weit entfernte Gipfel, grafische Details oder Aufnahmen aus rechtlich und sicherheitlich gebotenem Abstand. Für hochwertige Tele-RAW bleibt es jedoch ein Spezialwerkzeug; als zweite vollwertige Arbeitsbrennweite ist das 70-mm-Modul der Air 3 meist konsistenter einsetzbar.

Belichtungspraxis

Blende entscheidet über den Aufnahmefluss

Warum die Mavic 3 Belichtungsserien ruhiger steuert – und wo die Air 3 Disziplin verlangt.

Die variable Blende der Mavic-3-Hauptkamera (f/2,8 bis f/11) ist keine bloße Komfortfunktion. Bei gleichbleibender Flugroute kann die Belichtung angepasst werden, ohne ISO, Verschlusszeit oder – im Video besonders kritisch – die Bewegungsunschärfe zu verändern. Das erleichtert Reihen aus Architektur-, Landschafts- und Immobilienmotiven, deren Dateien später mit denselben Grundeinstellungen entwickelt werden sollen.

Die Air 3 arbeitet dagegen mit festen Blenden: f/1,7 am Weitwinkel und f/2,8 am 70-mm-Tele. Helles Licht wird daher primär über kurze Zeiten oder ND-Filter kontrolliert; für Video ist ein sauber abgestuftes Filtersortiment praktisch Pflicht. Auch die passende Wahl und technische Auslegung der SD-Karte zählt: hohe Bitraten und längere Dämmerungsclips sollten ohne Schreibengpässe aufgezeichnet werden.

Dämmerung ohne falsche Versprechen

Die offene f/1,7-Blende verschafft der Air 3 im Standbild einen kleinen Belichtungsvorteil gegenüber einer abgeblendeten Mavic 3. Der größere Four-Thirds-Sensor der Mavic 3 liefert jedoch bei angehobenem ISO meist die saubereren Schatten und feineren Übergänge. Entscheidend ist nicht nur die Uhrzeit: Feuchte Luft, Gegenlicht und dunkle Vegetation kosten Kontrast, während Wind längere Zeiten schnell unbrauchbar macht.

Für belastbare Ergebnisse gilt:

  • Bewegte Motive brauchen ausreichend kurze Zeiten; ISO-Anhebung ist oft besser als Verwacklung.
  • Bei Wind, wechselnden Lichtinseln oder nahen Hindernissen hat sichere Flugführung Vorrang vor der letzten Belichtungsstufe.
  • Die Air 3 sollte bei wenig Licht bevorzugt mit dem Weitwinkel genutzt werden; das Tele fordert wegen f/2,8 und engerem Bildwinkel mehr Stabilität.

Die Mavic 3 macht die Nacht nicht taghell. Sie reduziert lediglich den Kompromiss zwischen kontrollierter Belichtung und sauberer Datei – vor allem in wiederholbaren, planbaren Serien.

Praxisregel
ND-Filter ersetzen keine Blende

Ein Filter senkt die Lichtmenge, verändert aber weder Tiefenschärfe noch den Arbeitsablauf bei schnellen Lichtwechseln. Genau dort spielt die variable Blende der Mavic 3 ihren stärksten Vorteil aus.

Entscheidungshilfe

Die passende Drohne folgt dem Auftrag, nicht dem Datenblatt

  1. Portfolio und Bildsprache

    Für Architektur, Landschaftsprints und anspruchsvolle Werbemotive ist die Mavic 3 die tragfähigere Investition: Das 24-mm-RAW bleibt auch bei schwierigen Kontrasten und sorgfältiger Retusche belastbar. Die Air 3 ist stärker, wenn wechselnde Perspektiven den Bildwert einer Serie bestimmen.

    Passend, wenn
    Ein Portfolio, das von großformatigen 24-mm-Motiven lebt.
    Weniger passend, wenn
    Den Sensorvorteil bezahlen, wenn 70 mm häufiger benötigt wird.
  2. Auftragsrhythmus und Kundenerwartung

    Bei Immobilien, Tourismus, Social Content und wiederkehrenden Drehs schafft die Air 3 mit 24 und 70 mm schnell eine vielseitige, stimmige Auswahl. Kunden mit Printkampagnen, hochwertigen Key Visuals oder intensiver Postproduktion profitieren eher von der Mavic 3.

    Passend, wenn
    Viele Motive und schnelle Varianten pro Flug.
    Weniger passend, wenn
    Eine Ein-Kamera-Lösung für Motive mit hohem Retuscheanspruch.
  3. Budget als System rechnen

    Der Kaufpreis ist nur der Einstieg: Für die Air 3 gehören passende ND-Filter, Ersatzakkus und gegebenenfalls ein zweiter Controller in die Kalkulation. Die Mavic 3 bindet mehr Kapital, kann ihren Mehrpreis jedoch rechtfertigen, wenn weniger Aufnahmen wegen Qualitätsgrenzen ausscheiden.

    Passend, wenn
    Gesamtkosten im Verhältnis zu abrechenbaren Einsätzen.
    Weniger passend, wenn
    Die Entscheidung allein am Drohnenpreis festmachen.
  4. Bearbeitungszeit realistisch bewerten

    Wer Bilder zügig ausliefert und Motive bereits im Flug sauber komponiert, nutzt den Effizienzvorteil der Air 3 aus. Wer Belichtung, Schatten und Farbe regelmäßig weit formt, spart mit der Mavic 3 eher Zeit in der Nachbearbeitung.

    Passend, wenn
    Ein Workflow, der zur eigenen Auswahl- und Retuschezeit passt.
    Weniger passend, wenn
    RAW-Reserven mit einem Ersatz für präzise Aufnahmeplanung verwechseln.
Kaufentscheidung

Die Brennweite wählen, die das Portfolio erweitert

  • Die Air 3 gewinnt nicht über maximale Dateitiefe, sondern über zusätzliche, regelmäßig vermarktbare 70-mm-Motive.
  • Die Mavic 3 bleibt die sicherere Wahl, wenn ein einzelnes 24-mm-Bild auch unter schwierigen Bedingungen überzeugen muss.

Die DJI Air 3 ist die passendere Wahl, wenn die 70-mm-Kamera wiederkehrend Perspektiven ermöglicht, die mit 24 mm nicht entstehen: verdichtete Landschaften, klar isolierte Architekturdetails, Boote, Personen oder gestaffelte Reliefs. Ihre Stärke liegt in einer höheren gestalterischen Ausbeute pro Flug.

Die DJI Mavic 3 ist vorzuziehen, wenn das Portfolio von weitwinkligen Schlüsselmotiven lebt und diese Dateien stark bearbeitet, groß gedruckt oder bei schwierigerem Licht geliefert werden. Dann zählt die belastbarere 24-mm-RAW-Datei mehr als die zweite gleichwertige Brennweite.

Praxistest
Fünf Wunschmotive gegen die schwierigste Standardszene

Notiert werden fünf Motive, die regelmäßig verkauft oder veröffentlicht werden sollen: weite Landschaft, Architektur, Immobilien/Hotel, Reportage aus Distanz und komprimierte Details. Anschließend wird die häufigste anspruchsvolle Szene bestimmt – etwa Gegenlicht, Dämmerung, große Kontrastumfänge oder ein geplanter Großdruck.

Erzeugt 70 mm bei mehreren dieser Motive den entscheidenden Bildgewinn, spricht das für die Air 3. Fällt die anspruchsvolle Standardszene überwiegend auf 24 mm, entscheidet die RAW-Reserve der Mavic 3.

9 Kommentare zu „DJI Air 3 vs. Mavic 3: Welche Fotoqualität passt zum eigenen Portfolio?“

  1. Avatar von Heiko_aus_Köln
    Heiko_aus_Köln

    Ich finde den Vergleich angenehm unaufgeregt. Online wird oft so getan, als sei die Air 3 eine Mavic mit zwei Kameras und halb so viel Preis – fertig. Dabei ist das 70 mm eben nicht nur Bonus, sondern kann den ganzen Bildaufbau retten.

    Bei Landschaft nehme ich trotzdem lieber die Mavic 3, weil ich Wolken und Vordergrund gerne kräftig ziehe. Bei der Air sahen meine hochgezogenen Schatten schneller etwas matschig aus. Für Kundenjobs am Tag war sie aber überraschend stark.

    1. Avatar von Petra L.
      Petra L.

      Das mit dem Bildaufbau sehe ich genauso. Ich hatte vorher gedacht, 70 mm sei nur für „nah ran“, aber bei Küstenmotiven kann man damit Ebenen viel besser verdichten.

    2. Avatar von Jesper Olsen
      Jesper Olsen

      Exakt: Die 70-mm-Perspektive ist vor allem ein Gestaltungswerkzeug, nicht bloß Reichweite. Für Motive mit störendem Vordergrund oder weit auseinanderliegenden Bildebenen steigt die Trefferquote oft deutlich. Die Mavic 3 bleibt dagegen die stärkere Wahl, wenn das finale 24-mm-Bild intensiv ausgearbeitet werden soll.

    3. Avatar von Markus
      Markus

      Und man spart sich teilweise dieses ewige „noch zehn Meter zurücklaufen“. Bei einer Drohne natürlich eher: noch 80 Meter rückwärts fliegen und hoffen, dass kein Baum gewinnt 😉

  2. Avatar von Birgit
    Birgit

    Danke für die klare Einordnung. Ich brauche keine riesigen Prints, bearbeite aber DNGs gern etwas stärker – jetzt weiß ich wenigstens, dass ich nicht allein wegen 48 MP entscheiden sollte.

  3. Avatar von Katrin
    Katrin

    Für Immobilienaufnahmen würde ich trotz des Gewichts zur Mavic 3 tendieren. Gerade bei hellen Fenstern und dunklen Ecken im selben Bild merkt man die RAW-Reserve schon deutlich. Die 70 mm der Air 3 wären für Details nett, aber mein Portfolio besteht eher aus Weitwinkel-Ansichten.

  4. Avatar von Ralf
    Ralf

    Mein kleiner Einwand: „Printreserve“ klingt immer ein bisschen nach Plakatwand. Für einen A3-Druck und normale Belichtung dürfte die Air 3 doch völlig reichen, oder? Nicht jeder bearbeitet Schatten bis zum Mond hoch.

  5. Avatar von Tobias M.
    Tobias M.

    Der Hinweis zu den 48 MP war wichtig. In manchen Vergleichen klingt es, als wäre die Air 3 wegen der Zahl automatisch detailreicher als die Mavic. Für größere Drucke zählt am Ende aber eben nicht nur die Pixelzahl.

    1. Avatar von Jesper Olsen
      Jesper Olsen

      Genau das ist der Knackpunkt. Bei sauberem Licht können die 48 MP der Air 3 sehr brauchbaren Beschnittspielraum liefern. Sobald starke Schattenkorrekturen, hoher Kontrast oder ein großer Print dazukommen, hat das 24-mm-DNG der Mavic 3 meist die sichtbar robustere Basis.

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