May 31, 2008 Sascha 19Comment

Nachdem unser Leser Sven bereits die kleine unboxing Fotoserie des A110 erstellte, haben wir nun einen ersten Erfahrungsbericht von ihm erhalten.
Neben durchaus sehr positiven Eindruecken, deckt er auch die Schwachstellen des Systems auf, welche zur Zeit aber eher auf fehlende Treiber Unterstuetzungen zurueckzufuehren sind:

Auspacken, Einschalten, im Web Surfen. So stellt man sich als Käufer sein neues Mininote- bzw. Netbook vor. Im Prinzip geht das auch. Während des Auspackens findet man gleich einen ebenso bunten Retourenschein wie man die Website von one.de kennt. Bunt eben.

Es macht schon nachdenklich, warum dieser so aufwändig gestaltet daher kommt, der 4 seitige, deutsche „Schnelleinstieg“ zum Einstieg in das A110 Universum und „sein“ Betriebssystem dagegen als lieblose schwarzweiße Loseblattsammlung mit VGA (640×480) Screenshots.
Warum VGA? Das ONE A110 hat doch einen 800×480 WVGA Bildschirm! Hat es. Nur das an sich sehr gute und brauchbare UBUNTU 8.0.4 LTS (Hardy) weiß nichts davon. Kann es auch nicht, denn über WLAN kommt es nicht auf die Website seines deutschen Händlers, Brunen-IT. Grund ist die Tatsache, dass keine verschlüsselten WLAN Verbindungen aufgebaut werden können, außer man greift zum Terminal, wird mit sudo zu root und schickt dem im Ndiswarpper werkelnden RTL-8187B Wifi-Chip mittels iwconfig wlan2 essid AccesspointName key SchlüsselInHexadezimal open && dhclient wlan2. (Sowas weiß ja auch jeder, der sich einen Computer kauft.) Der Grafik Chip im VIA Chipsatz denkt er bedient einen VGA Screen, weil das LCD des A110 kein DDC sendet oder falsch. Die Option „NoDDCValue“ in der xorg.conf bringt den gewünschten Erfolg nicht, da der Grafiktreiber ohnehin nur mit VGA „kann“. Spätestens jetzt weiß man, weshalb die Screnshots in 640×480 4:3 sind. Sie sind nicht auf dem im A110 eingebauten Display entstanden. Oder doch?

Naja, ist ja nicht so wichtig, jetzt erstmal mit Modem ins Netz. Huch, ist gar kein Kabel mit RJ11und TAE Steckern dabei. Komisch. Schnell ein Altes herausgesucht und ab die Post. Doch womit? Man findet keine Einwahl Software! Nicht so schlimm, man kann sie ja mit „Hinzufügen/Entfernen“ im Anwendungsmenü nach installieren. Aber halt. Dafür muss erst eine Netzwerkverbindung her. Also RJ45 Kabel ran schleppen und mit dem DSL Router verbinden. Gut das geht auf Anhieb. Los geht die Installation. Nicht. Die Paketquellen wurden vorsichtshalber deaktiviert. Der Kunde könnte ja auf die Idee kommen Seite 2 des „Schnellstarts“ falsch zu verstehen. Ein hinzugezogener UBUNTU-Kenner aktiviert ohne Probleme die Paketquellen, um dann fest zu stellen, dass das /usr Filesystem readonly ist. Wie dumm aber auch. Da kann man nichts installieren, schließlich will sich die Software in /usr einnisten. Schade. Na egal, die Internetverbindung klappt ja jetzt mit dem Netzwerkkabel. Da sollte man sich gleich ein ganz langes bestellen, schließlich ist das A110 ja ein Mobiledevice und irgendwie will man ja unterwegs online gehen.
So nun aber den Firefox (3.0 Bets) angeschmissen und eine Adresse eingetippt. Oh, was ist das? Der freundliche Installateur von Brunen-IT hat die ganze History drin gelassen, damit wir Kunden uns von seinem Knochenjob überzeugen können. Und damit wir auch im Terminal (Bash Shell) wissen was abging, hat er uns auch da alle Infos gespeichert, was wir mit history leicht studieren können.

Aber ich schweife ab. Da wir inzwischen die Seite unseres Online Fotoalbums auf dem Schirm haben - ging übrigens sehr flott - laden wir schnell die neuesten Fotos vom A110 hoch, um sie den Freunden zu zeigen. Gesagt getan. SD Karte aus der Kamera genommen und in den Cardreader des A110 geschoben. Kurz gewartet und …… nichts! Da haben wir uns aber aufs Glatteis führen lassen. Das ist gar kein Reader. Das ist nur ein Halter, damit die doofe SD Karte nicht überall rumliegt. Praktisch auch, der Cardhalter geht ausserdem für Memorystick.
Zwischendurch fällt der Blick auf die Akku anzeige, die verrät, dass im unschlagbaren Sonderpreis von 199,- Euro auch Energie aus Norddeutschland enthalten ist. Und die gibt der Lithium Akku in den nächsten 4 Stunden ab. Oder doch nur 2. So genau weiß die Akkuanzeige das nicht. Immerhin weist acpi im T erminal 4 Stunden aus, was sogar stimmt!
Nachdem die SD Karte wieder in der Kamera sitzt und das USB Kabel der Kamera im USB des A110 steckt, geht jetzt mit der Fotoverwaltung alles glatt. Die Bilder sind im Kasten und werden mit Firefox hoch geladen. Toll.

So, die breit gezogene, verwaschene Darstellung geht auf die Augen. Also Monitor dran gesteckt und Fn F3 gedrückt. Aha, schaltet nicht um. Gut, Neustart. Prima, geht. Der 17 Zoller hat DDC und teilt dem A110 über's VGA Kabel mit was er kann. Das stört den A110 aber nicht.
Er bleibt bei seinen 640×480, diesmal mit 73 Hz statt 60 Hz. Dafür erkenne ich aber alles ohne Brille! Ich habe mehre Fenster auf und der kleine Kerl schlägt sich wacker. Fühlt sich schneller an als ein Toshiba Satellite mit 750MHz Pentuim CPU. Aber wie schalte ich zwischen den Programmen um? Klar, mit Alt-TAB. Auf der Taskleiste sind keine Tasks zu sehen. Kann man allerdings als „Fensterleiste“ dem „Panel hinzufügen“ nach einem Rechtsklick auf besagte Taskleiste, die unter GNOME Panel heißt. Mittagspause! Deckel vom A110 zu und …? Er schläft! Süß. Ich mache den Deckel noch mal auf: ahh, er wird wach und will das Passwort des Nutzers wissen. Zurück auf dem Desktop. Alles wie es war. Das funktioniert gut. Ich mache ihn wieder zu, ziehe den externen Monitor ab, mache ihn auf und … er wacht auf. Doch ich sehe nichts. Der A110 will sein eigenes Display nicht ansteuern.
Nachdem ich den kleinen Rechenknecht herunter und ohne externen Monitor herauf gefahren habe, gehe ich raus an die frische Luft. Die Sonne scheint. Ich traue meinen Augen kaum. Man kann das nicht glänzende A110 Display tadellos ablesen, bei voller Sonneneinstrahlung und im Schatten. Sogar bei geringster LED Hintergrundbeleuchtung. Da kann sich so manches IBM Notebook eine Scheibe abschneiden.

Fazit:
• Der Energiehunger des VIA basierten ONE A110 ist mit 3,5 bis 7 Watt so gering, dass der mitgelieferte Lithium Akku mehr als 4 Stunden durch hält.
• Das Display hat eine gute Qualität, man müsste es „nur“ mit tatsächlichen 800×480 Pixeln nutzen können.
• Die Performanz ist gut und die Arbeit geht flüssig von der Hand.
• WLAN geht nicht richtig, Sound gut.
• Die internen Lautsprecher klingen sehr dünn mit viel Höhen aber sauber.
• Das Ladegerät braucht mehrere Tage um den Akku zu laden, wenn das A110 eingeschaltet ist.
• Modem und Cardreader funktionieren nicht.
• Die Tastatur ist befriedigend, für manche Tasten sind umständliche Mehrfachgriffe nötig.
• Das Gerät ist mit seinen 1052 Gramm noch leicht.
• Das Touchpad ist mit 44 x 29 mm klein und unergonomisch. Es simuliert das Mausrad mit zwei Ecken auf der rechten Seite.

Wer das Gerät für 199,00 Euro erstehen konnte hat ein gutes Stück Hardware mit - aufgrund fehlender Treiber – eingeschränkter Funktion. Wer 239,00 Euro berappen soll, ist mit einem „echten“ Eee-PC vom Asus wesentlich besser beraten.

Vielen Dank an Sven fuer diese ersten Eindruecke.
Johannes von unserer Partnerseite Eee-PC.de hat ebenfalls einen ersten Testbericht veroeffentlicht. Weiterhin erreichte uns eine wirklich sehr professionell gemachte Fotoserie von Eeeuser.de.

Ähnliche Beiträge

  1. Netbook One A110 fuer 199 Euro
  2. One A110 unboxing Fotoserie
  3. Eee PC 901 “Unboxing” und Erfahrungsbericht
  4. Netbooks im Alltag – Ein Erfahrungsbericht
  5. ASUS Eee PC 1015PEM – Erfahrungsbericht
  6. Aspire One A110L und A150L im Vergleich
  7. One A450: neues Netbook mit 10,2″ Display
  8. Eee PC 1000 und neuer “Lowcost” Eee PC

19 thoughts on “One A110 Erfahrungsbericht

  1. Inhaltlich ein sehr gutes Review. Danke Sven.
    Die Formatierung überarbeitet ihr gerade ja auch schon, also super. Danke Sascha.

    😉

    Zum a110 kann man also sagen :
    Alles was nicht von One.de ist ist gut. (Hwardware)
    Wo für One.de verantwortlich ist, ist eine Katastrophe (Betriebssystem, Treiber, ..)
    Also alles in allem für Leute zu empfehlen, die sich sowieso ihr eigenes System aufspielen wollen.

    oder ?^^

  2. guter artikel, formatierung stimmt jetzt auch wieder! kann kronos auch nur zustimmen, schöner inhalt. mal ein bericht, der sagt, was wirklich an dem teil zu gebrauchen ist, und was nicht. gute sache.

    habe ne frage zum one a110 – und zwar, ob man irgendwo irgendwelche treiber für xp herbekommt?teilweise schockiert es mich schon sehr, dass z.b. das display nicht mal in seiner nativen auflösung läuft.

  3. Etwas langatmig geschrieben mit geringer Informationsdichte. Habe mich trotzdem gezwungen alles zu lesen.
    Vielen Dank für den Testbericht. Habe bisher erst wenig vom A110 gehört. Nun weiß ich, was von dem Teil zu halten ist.

  4. Ich wuerde es als sehr objektiven Erfahrungsbericht ansehen, der jegliche Informationen enthaelt.

    Welche Infos benoetigst Du denn noch Marc? Fehlt irgendwas fuer dich?

  5. könnt ihr mir sagen, ob man beim one gerät den arbeitsspeicher erhöhen kann?
    drinn sind ja 512 mb ram.

    kann man da aufrüsten?
    evtl. auf 2 gbyte ?

    danke !!!

  6. @rainer
    Vielen Dank für den Link. Teilweise sind die Treiber ja komplett entpackt hinterlegt. Muss man da nun alles einzeln runterladen???

  7. KORREKTUR:
    In obigem Bericht erwähne ich fehlende Modem Einwahlsoftware. Das ist nicht ganz richtig.
    Unter Ubuntu GNOME klickt man auf das Symbol des Netzwerkmanagers (zwei kleine Monitore), wählt “manuell einrichten”, klickt “entsperren” und bearbeitet die “Punk-zu-Punkt-Verbindung”. Mit dem eingebauten Modem kommt jedoch über diesen Weg keine Verbindung zustande, weil der Modem Treiber fehlt.
    Eine GPRS/UMTS Verbindung über ein via USB angeschlossenes Handy kann funktionieren, wenn man /dev/ttyACM0 als “Modemanschluss” einträgt. Anschließend gibt es den Menüpunkt “Einwahlverbindung -> Verbinden mit ppp0 via Modem”. Als Name des Zugangspunktes trägt man z.B. “surfo2” ein, falls man o2 Germany nutzt. Benutzername und Passwort sind in einigen Fällen nicht erforderlich, man sollte aber etwas eintragen. Falls das klappt, kann man auf das extra lange RJ45 Kabel unterwegs verzichten und kann trotzdem surfen. 😉

  8. Was in dem Test fehlt ist der Webcam Test. Oder hat das Teil keine Webcam?

    Diese Mini PCs sind doch die Teile die man auf Reisen / Urlaub mit nimmt und die man dann als Videophone nutzt. Eine extra Webcam per USB dran bammeln ist mir zu umständlich. Die kann man auch mal vergessen. Daher lege ich sehr wert auf eine integrierte Webcam.

    Manche Leute haben so ein Teil sogar als Telefon im Wohnzimmer stehen. Bei den Preisen kann man das durchaus machen.

    Interessant dazu ist eben auch wie gut das eingebaute Mikrofon ist.

    Wichtig ist auch wie gut Mikrofon und Webcam unter Linux und Windows unterstützt werden.

    Getestet werden sollte sowohl Skype als auch SIP Telefonie. Denn erfahrungsgemäß klappt nicht immer alles Problemlos. Bei mir geht eine Cam zwar unter Linux mit Ubuntu dem vorinstallierten SIP Software aber mit Skype unter Linux funktioniert die Cam nicht.

    Daher ist ein Test durchaus wichtig!

  9. Da gebe ich dir Recht, Silent-PC!
    Wie du vermutest, hat das one A110 keine Webcam. Genau deshalb habe ich sie nicht ausprobiert. Der nette Artikel da oben erhebt auch nicht den Anspruch ein ausgewachsener Testbericht zu sein, sondern schildert eher die Erfahrungen, die man mit dem Gerät machen kann, wenn man zu den ersten Käufern gehört.

  10. Ich habe mir das Teil für EUR 179.– bei POLLIN geholt – leider habe ich es nicht geschafft, das Mailprogramm evolution irgendwie einzurichten, da ich die anzuklickenden Buttons einfach nicht auf den Bildschirm bekomme.
    Mit einem USB-Funkstick von BASE arbeitet das Gerät problemlos zusammen, es müssen nur die Vodafone-Daten der Vorinstallation durch die BASE-Daten ersetzt werden.
    Betrieb mittels Ethernetkabel am Router ist auch kein Problem.
    Wie kann ich die eMail einrichten?

  11. hej ,
    du kanst dir die treiber für den cardreader von der one seite bei den downloads ruterladen!!! alle treiber meine ich
    sonst sehr gutes Review.
    thx bb

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *