November 19, 2008 Matze 16Comment

Die Organisation "One Laptop Per Child OLPC" hat ihr letztjähriges "Give one, Get one" Programm in Zusammenarbeit mit Amazon seit gestern neu aufgelegt. Es geht darum, daß man sich einen OLPC-MiniComputer, den XO, für $399 kaufen soll, woraufhin ein baugleiches Modell in ein Entwicklungsland an Kinder geht. Amazon bietet für Europäer bisher nur den Kauf über ihre britische Webseite für dann 275 Pfund an. Es gibt auch die Möglichkeit, einfach einen OLPC zu spenden, was dann die Hälfte kostet. Das Laptopmag hat bei der Aktion im letzten Jahr 30 solcher Mini Laptops für Mali spendieren können und belegt mit seinem Bericht von "vor Ort" auch eindrucksvoll, wie sinnvoll der Einsatz von Computern sein kann und wie schnell die Kinder sich an die Arbeit damit gewöhnen.

Insgesamt wurden bereits mehr als eine halbe Million solcher XO`s an Kinder in der dritten Welt ausgeliefert, allein durch die Aktion im letzten Jahr konnten 160.000 zusätzliche Geräte verschenkt werden. Offensichtlich kommt das auch bei den Empfängern gut an, wenn man mal das Versorgungsproblem mit Strom ausser acht lässt. Im Beispiel von Laptopmag waren nicht genügend Solarwandler verfügbar, aber prinzipiell ist auch hier vorgesorgt.

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Den Artikel aus Mali sollte man sich allein schon wegen der Bilder nicht entgehen lassen. Wie wohl auf Mali üblich, erschienen auch zu diesem Anlass möglichst viele möglichst hochrangige Politiker, die man auf den Fotos mit den XO`s spielen sieht.

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16 thoughts on “Neue Give1 Get1 OLPC-Aktion

  1. Pure Ironie, während sich Tutsi und Hutu die Köpfe einschlagen und Hunger und Durst in Afrika grasieren, schlimmer als jemals zuvor, ist deren größtes Problem also ein Laptop?

    Das beste für Afrika wäre seit jeher gewesen, wenn sich “der Westen” niemals eingemischt hätte. Dann würde es den Menschen jetzt nicht so erbärmlich dreckig gehen.

  2. na ja immer noch besser sie schlagen sich mit xos die köpfe ein als mit den waffen die ihnen die zivilisierte nordhalbkugel verkauft hat.

  3. Solange wir mit der sogenannten dritten Welt, derartig umspringen, bleibt hier auch der Name. Und das ist in diesem Falle nicht abwertend gemeint sondern sagt eine Menge ueber unsere Sicht der Dinge bei den sogenannten “Dritte Welt” Laendern aus.

    Solange lustig zugesehen wird, wie dort immer noch Kinder an Hunger verrecken, solange behandeln wir die auch wie die dritte Welt: Abwertend, erniedrigend und menschenunwuerdig.

  4. @ Sacha
    Ich springe nicht mit denen so rum und die Parteien die ich Unterstuetze auch nicht! Daher fuehle ich mich nicht angesprochen wenn du von dem “wir” sprichst! 😛

    Ich muss aber mit erstaunen feststellen das fuer dich wohl Laender wie Seudafrika, Mexiko, Brasilien, Volksrepublik China, Indien, Malaysia, Philippinen, Thailand, Russland und Tuerkei “dritte Welt = Entwicklungslaender” sind!

    Das stimmt mich sehr nachdenklich!
    Brauche wohl jetzt erstmal etwas Abstand von eeepcnews, die du fuer mich verkoerperst. ADIOS

  5. Oh come on, du weisst schon welche Laender ich meine. Und das sind keine Schwellenlaender/Emerging Markets oder gar BRIC Staaten, sondern de Facto dritte Welt Staaten in denen die Kacke am dampfen ist (wenn das ueberhaupt moeglich ist, denn die meissten haben einfach nicht genug zu essen um es dampfen zu lassen) und zwar jeden Tag!

    Wenn Du moechtest, dass ich mir dazu nun nen beschoenigenden Begriff wie Schwellen oder Entwicklungslaender einfallen lasse, dann biste da persoenlich ganz schief gewickelt.

    Das sind keine Laender auf der Schwelle und ebensowenig entwickelt sich da was. Die kaempfen zum groessten Teil ums nackte ueberleben und solange bleiben diese Laender fuer mich die dritte Welt. Ein Begriff, den sich genau diese Staaten uebrigens auch selber gegeben haben und nun rate mal warum die Gruppe “Third World” wohl 3rd world heisst und das seit 35 Jahren.

    Wenn dir so ein getuneter Begriff der westlichen Welt so wichtig ist, ich finde genau diesen zum Kotzen und haette ich die News geschrieben, waere das auch ein wenig drastischer ausgefallen.

  6. Wie auch immer man die Länder nennen mag, den Menschen dort geht es mehr als dreckig.

    Und ja zum großen teil sind Franzosen, Engländer, Holländer …. und alle anderen Kollonialmächte schuld.
    Aber dummerweiße gibt es immernoch keine Zeitmaschienen und man kann dieses Einmischen nicht mehr rückgängig machen.

    Und dann wieder das “die haben nicht mal was zu essen und dann bekommen sie nen Laptop”
    Auf der Einen Seite ist der Einwand berechtigt, auf der anderen aber auch wieder Schwachsinnig.
    Der einzige Weg – mMn – wie die Menschen dort von Hilflieferungen auf lange Sicht unabhängig werden, ist durch Bildung.
    Und das OLPC Projekt steht für mich für Bildung.
    Natürlich brauchen sie auch noch völlig andere Hilfe. Essen, sauberes Wasser.
    Oder einfach Anleitung, wie sie Brunnen bauen, oder effektiv Landwirtschaft betreiben.
    Oder z.b. in Indien werden die Bauern wieder von den Pestiziden weg gebracht und wieder zurück zu den Traditionellen methoden der großväter
    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/571980
    Wenn ichs richtig im Kopf hatten sparen sie 50% wasser und 90% Pestizide damit ein, bei gelicher Ernte.
    1. Ihnen bleibt mehr geld
    2. Sie sind gesünder
    gut das kann man nicht mit vielen Afrikanischenh Ländern vergleichen.

    Dennoch bin ich der Meinung, dass Entwicklungshilfe mehr in Richtung “Hilfe zur Selbsthilfe” gehen muss.

    Oder warum sind die “Mikrokredite” so erfolgreich ?

    OLPC kann natürlich Klassische Entwicklungshilfe nicht ersetzen, aber das wollen sie auch nicht, sondern sie wollen es ergänzen, und das tun sie mMn auch gut.

  7. @nana:

    wo ist “3.Welt” bitte ein abwertender bEgriff. wenn du schon quellenangaben machst,, lies sie dir wenigstens selber bis zu ende durch. das ist ein ganz normaler begriff aus der Wirtschaft/Geografie, der die welt nach ihrem entwicklungsland einteilt.

  8. Eigentlich wollte ich grade was lustiges zur Steckerleiste auf dem einen Foto im laptopmag schreiben, aber das ist mir jetzt grade mal vergangen.

    Kann ich nur zustimmen, sowas darf man nicht beschönigen. Eigentlich ist es unglaublich das heute immer noch die 3. Welt gibt.

  9. Die Sache ist doch ganz einfach:

    Die XOs kommen nicht in Länder Afrikas, in denen die Leute am Verhungern sind. Bei denen kann für das Geld von einem XO eine Familie einen Monat lang Monate Essen bekommen. Da macht es natürlich keinen Sinn, Technik anzuschaffen.

    Die XOs sind für Länder, die technisch unterentwickelt sind. In denen es keine anständigen Schulen gibt. In denen aus den Kindern also nichts größeres werden *kann*, weil ihnen schlicht Bildung fehlt.
    Und für solche Länder ist ein XO sehr gut – es können langfristig wohl sogar Kosten eingespart werden (mehrere Schulbücher, Hefte und Schreibwaren und der Preis für den XO ist ausgeglichen).
    Die Kinder können damit einfach effektiver lernen.

  10. macnhe kommentare sind hier ganz schön peinlich

    kann kronos und wheely nur beistimmen. das xo wird nicht in 3. weltländer geliefert. die brauchen eher hilfe von brot für die welt. das xo geht nur an regierungen der klassichen schwellen und entwicklungsländer mit halbwegs funktionirender infastruktur. alles andere macht kein sinn. punkt und bast

  11. @Kronos

    das ist voellig richtig und hier funktioniert das Konzept des XO auch hervorragend. Ich rede von Suedamerika aber auch Lateinamerika. Auch Indien und China (vergleiche hier mal das little sheep river project der chin. Regierung) sind solche Staaten mit Landstrichen, die zwar bereits eine gewisse Infrastruktur bieten aber genau derartige Entwicklungshilfe benoetigen fuer die heranwachsende Generation.

    Da bin ich aber sowas von 100 prozentig bei dir und ich hoffe, ich bin da nicht falsch verstanden worden. Ich rede von Projekten in Afrika (die zum Teil auch gescheitert sind), deren Laender weitaus wichtigere Dinge noetig haetten als den XO.

    Mensch, XOs werden selbst in den Staaten verkauft und an Schul-Distrikte abgegeben (HP macht das uebrigens auch mit dem Mini-Note).

    Ich glaube man darf hier nicht ein 4jaehriges, moeglicherweise von zuviel Idealismus gepraegtes Projekt, auf die Stufe mit wirklicher, professioneller Entwicklungshilfe in Laendern setzen, fuer die das OLPC Projekt immer so gerne Werbung macht.

    Ich hab das Projekt ziemlich von Anfang an verfolgt. Ein jahrelanger Freund und Co-Admin von mir ist der Sprecher der oesterreichischen Initiative und bloggt auf Olpcnews.com… ich behaupte mal einfach, ich bekomme davon ein wenig mit und das zum Teil auch vor Ort, als ich noch in Boston wohnte…

    Erst die $99 Nummer, dann wurde Red Hat rangeholt (anstatt Puppy Linux, mit denen man im Gespraech war), dann Intel in den Vorstand geholt (was in nem Desaster endete… bitte googlet, ich habe darueber aber auch hier gebloggt), dann vertreibt man offenbar mehr oder weniger die Entwicklerin des wirklich genialen Displays und als absolutes I-Tuepfelchen gibt es jetzt noch XP auf zukuenftigen XOs.

    Fuer mich ein Prestige-Projekt und gleichzeitig Sandbox des Gruenders, welches den gemeinnuetzigen Gedanken absolut verloren hat oder meint wirklich jemand, die Hersteller und Microsoft machen das alles fuer Lulu? 😉

    Das sieht alles immer so klasse und “Gewissen” reinwaschend aus…
    War es mal, denn der Grundgedanke ist nachwievor sehr sehr nobel und sozial!

  12. Gewissen reinwaschen ist wohl nur für Kunden, der Hersteller weiss schon, was er tut…
    Und zur Diskussion “3te Welte Länder”…ich finde, es stimmt…also die Kritik, daß die bisher belieferten Länder Afghanistan, Mali, etc..eher Schwellenländer als 3te Welt Länder sind. Dennoch gibt es leider auch diese 3te Welt Länder noch und das sind sie auch, weil Europa da viel falsch gemacht hat.
    Also bitte, nana…zier dich nicht. Deine links les ich auch noch, obwohl mir ein Gymnasial-Mathelehrer gesagt hat, daß Wikipedia keine rezitierfähige Quelle sei…

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