November 14, 2008 Sascha 15Comment

Wie die Kollegen von Golem heute berichten, will der Chiphersteller Qualcomm mit dem Kayak-PC eine Alternative zu aktuellen Intel Atom Netbooks und Nettops bieten. Hierzu stellte Qualcomm das auf der ARM Architektur beruhende, hochintegrierte Snapdragon QSD8672 SoC Modul vor, welches neben zwei Prozessorkernen mit jeweils 1,5Ghz auch noch HSDPA mit bis zu 28 MBit/s im Downstream, HSUPA mit max. 11 MBit/s im Upstream, GPS, Bluetooth, WLAN, den US-Fernsehstandard MediaFLO, DVB-H, 1080p de- und encoding und Aufloesungen bis 1440x900 bietet. Uff! Da legt Qualcomm mal richtig los und zeigt wohin der Weg gehen kann, wenn sich Firmen mit entsprechender Erfahrung bei SoC Loesungen und hochintegrierten Chipsaetzen mal Gedanken ueber die naechste Generation des "Mobile Computing" machen.

Natuerlich hat die Nummer auch einen Haken, denn wir werden hier wohl "nur" Linux oder Win CE drauf sehen. Bei der angekuendigten Akkulaufzeit von "mehreren Tagen" (!) ist dies aber fuer mich eher nebensaechlich.

Was ist also zu erwarten von kommenden ARM Systemen? Wer den gestrigen Live Stream nicht mitbekommen hat (Aufzeichnung hier), verpasste natuerlich auch meine kleine Markteinschaetzung und Prognose fuer 2009 und hier spielt ARM eine durchaus interessante Rolle, von daher eine kleine Zusammenfassung:

ARM und entsprechende Kooperationspartner wie Qualcomm, haben einen immensen Erfahrungs und Entwicklungsvorsprung bei hochintegrierten, mobilen Systemen. Ich denke jeder von euch hat bereits ein Smartphone oder einen PDA in den Haenden gehalten und nun ratet mal was darin zum groessten Teil fuer eine CPU werkelt. Minimaler Stromverbrauch ist hier nicht ein Gebot sondern Gesetz und somit bestimmt die Akkulaufzeit das Design. Smartphone und PDA Nutzer sind mobil und haengen nicht an der Steckdose und ebenfalls wollen die inzwischen auch noch Fernsehen, natuerlich UMTS, GPS, Bluetooth und was weiss ich nicht alles und das genau ist die Staerke von Herstellern wie Qualcomm mit ihren "System on a Chip" (SoC) Loesungen.

Ob die Systeme dann schliesslich mit Atom Netbooks konkurrieren koennen, haengt sicherlich auch von den Verkaufskanaelen und vom eigentlichen Design und Preis des Endprodukts ab (Inventec ist hier Launchpartner). Dennoch ist diese Ankuendigung (erste Systeme mit Snapdragon kommen in der 2. Jahreshaelfte 2009) ein Fingerzeig und sollte Intel, AMD und VIA mal ganz schnell zeigen, wer denn der eigentliche Marktfuehrer bei den mobilen Surf und Kommunikations "Brettern" ist.

NVIDIA, it's your turn now...

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15 thoughts on “Erste ARM Systeme vor der Markteinfuehrung

  1. Na, da darf man gespannt sein! Die Frage ist nur, was für Linuxe darauf laufen. Wenn es Ubuntu-kompatible ist und man beliebige Software nachinstallieren kann, wäre das wirklich ein großer Schritt!

    Wenn es nur für PDA-like Linuxe reicht ist es schön, aber keine Alternative zu Netbooks. Dann sinken da höchstens mal wieder die Preise *freu*.

  2. also wenn es bezahlbar bleibt würde ich mir einen kaufen. notfalls kann man auch mit ce leben. wobei linux mit sicherheit mehr leistet.

  3. Ubuntu wird lauffähig sein, schau dir mal dei news von gestern [?] an, arm und die “ubuntu firma” haben eien kooperation unterschrieben, die genau dass zum inhalt hat.

    wenn man bedent dass der iphone arm mit 700 mhz taktet, und hier 2×1,5 Ghz Cores verbaut werden sollen, macht das Performancemäßig einen riesen Sprung.
    Als Vergleich die Intel Präsentation :
    http://www.eeepcnews.de/2008/04/02/idf-details-zur-neuen-atom-cpu/
    Wie gesagt ist von Inetl, also wird der arm so schlecht und der Atom so gut wie möglich dagestellt.
    Nimmt man die arm 600 Leistung jetzt einfach mal 4 kommt kurz untem dem Atom Hyperthread an.
    jedoch denk ich dass der dualcore besser unterstützt wird als HT, deshlab in der Realität min. gleich auf sein werden.
    Vorallem wenn man die Quelle mit einbezieht^^
    hab nur keine neutrale gefunden.

    Aber der Atom an sich ist ja eigentlich sehr gut [besser eght natürlich immer] aber was so grotten schlecht ist, ist dei aktulle Plattform ausenrum.
    Das macht ARM 100000% um ein Vielfaches besser.
    Wie es auch hier ind er News schon klingt.

    Das 3 G Modem ist ja der hammer
    1. dass es im SoC mit integriert ist
    2. Welche Geschwindigkeiten das zulässt ? hätte nie gedacht dass das ohne “neues protokoll // standard” möglich ist

    Also nächstes Jahr wird extrem spannend, Sascha glaubst du es wird erste Geräte auf der Computex geben ?

    “1080p de- und encoding und Aufloesungen bis 1440×900 bietet. ”
    wie soll man das verstehen ?
    er kann HD bis 1080p umwandeln // verarbeiten aucher nur bis 1440×900 anzeigen ?
    versteh ich nicht ganz

  4. immer diese astronomischen Ankündigungen, “mehrere Tage” Akkulaufzeit. glaube kaum, dass das für 350€ realisierbar ist. denn ein höherer Preis ist 2009 nicht konkurrenzfähig und die Geräte werden dann zu Staubfängern in den Lagerhallen degradiert.

  5. Die großen Gewinner werden dabei einzig
    und allein auf Dauer gesehen die Mobilfunkanbieter sein
    und nicht die, welche in Hardware machen.

    Aber sehr schön für uns die große Konkurrenz. 🙂

  6. Die große Frage ist wohl die nach der Leistung des Dings. Wenn da von “nur Linux oder WinCE” die Rede ist, dann heißt das wahrscheinlich, dass die CPUs und die Graphik nicht sonderlich schnell sind (abgesehen von den hardwarebeschleunigten Dingen). Sowas ist gut für Embedded Zeugs mit einfachen GUIs, aber nicht unbedingt für “normale” Anwendungen. Aber das muß ja auch nicht schlimm sein, denn meiner Meinung nach sind die üblichen Desktop-Oberflächen auf Netbooks ohnehin ein Zopf, der irgendwann abgeschnitten gehört… Ich bin jedenfalls mal gespannt.

  7. “nur Linux und WinCE” hat damit zu tun das es die normalen Windows Versionen nicht für die ARM-Architektur gibt mit der Leistung hat das nichts zu tun

  8. Intel, AMD und Co. haben einen Superskalare Architektur. Was bedeutet das fragt sich der ein oder andere? Es wird viel um den eigentlichen rechnenden Kern drumherum gebaut. (Zwischen 40 un 80% je nach System art und zusätzen) Das heißt das ein Superskalarer CPU durchaus viel Energie verbraucht bzw in Abwärme umsetzt bevor es zum Rechnen kommt.
    Ein RISC Architektur hingegen benötigt gerade wegen der ausgeklügelten Technik nicht viel um sich herum um zu rechnen. Baut man nun nach dem neusten Stand der technik sparsame Komonenten ein und verzichtet auf “unötige Grafik Power” sowie diverse zusätzliche “Stromfresser” kommt man zu einer echten Ersparniss gegenüber einem Scalaren System. Die Schätzung von “mehreren Tagen” ist etwas hoch gegriffen aber sicher wird das ARM Netbook deutlich länger halten als Herkömmliche. Ich erinnere mich gut an mein A4 Notebook (Acorn System) was schon damals um einiges Länger als mein Tandon gehalten hat.

    PS: ich bin immernoch für RISC OS Power mit Costum GUI auf dem neuen ARM Netbook! 😛

  9. ARM und mehrere Tage ist möglich. Der 2. Prozessor vom HTC Shift Netbook (UMPC) hat eine ARM CPU – und die hält durchaus trotz des scheiß Akkus mehr als 10 Stunden.

  10. Warum wird hier igentlich gerne vergessen, das viele Anwendungen/Treiber nicht Linux sondern x86-Linux Kompartibel sind?!?

  11. Vergessen wird es nicht, ich denke eher das die Platform vielen unbekannt ist bzw. häufig nur unbewusst genutzt wird. Es gibt schon einige Linux Derivate welche die ARM bzw RISC Architektur unterstützen das sind aber meist Systeme aus dem Embedded Bereich. Hierzu sollte vielleicht auch erwähnt werden das es ein Windows XP Embedded gibt welche ARM untersützt sowie das alle Windows CE System für ARM entwickelt wurden und nur wegen einiger Ableger Systeme x86 untersützen. Man aollte auch nicht vergessen das nicht nur die Hardware die Musik macht sondern auch das OS. Ein mies impelmentiertes System was gerade so gängig auf eine Hardware hingepresst wurde ist nie so gut wie ein OS was schon von Haus aus für eine spezielle Architektur entwickelt ist.

  12. das kann ich nur 3 mal unterstreichen und unterschreiben.
    Betriebssysteme, die hardwarespezifisch entwickelt wurden koennen natuerlich weitaus mehr aus der Plattform rausholen, als ein OS das auf 40 000 Kombinationen laufen muss.

    Und natuerlich ist hier der Embedded Bereich ein absoluter Vorreiter. Man moege mir meine damalige Aussprache verzeihen, ich bekomme heute noch nen roten Kopf aber ich habe darueber auf dem VTF 2006 in Taipei ne kleine Praesentation gehalten und lustigerweise auch dadurch den Kontakt zum jetzigen Eee PC Entwicklungschef bekommen (denn die haben sich damals auch bereits Gedanken zu diesem Thema gemacht):

    http://video.yahoo.com/watch/185133/620832

    in der Zeit wollten wir eigentlich epiOS fuer kommende UMPCs weiterentwickeln.

  13. Das klingt doch mal nach etwas mehr Konkurrenz im Bereich leistungsfähiger, energiesparender Prozessen und letztlich Subnotebooks. Bin äußerst gespannt.

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