Des Einen Freud (Acer+ASUS) ist des Anderen Leid (Intel)

Man kann es auch anders ausdrücken: die Hersteller, die sich schnell dem Netbookmarkt angeschlossen haben, sehen momentan eher positiv in die Zukunft. Diejenigen aber, die zu spät kamen oder noch gar nicht dabei sind, haben auch wirtschaftlich entsprechend schlechter im letzten Quartal abgeschnitten und einen schlechteren Ausblick auf das kommende Quartal, berichtet das Research Institute Gartner Inc. via Reuters. Als Beispiele werden HP und Dell angeführt, die im Gegensatz zum Gesamtwachstum des PC Markts von 24,3 Prozent nur rund 11-12% Wachstum generieren konnten, während die "Billiganbieter" Acer und ASUS deutlich besser abgeschnitten hätten.

intelswims
Intel mit unklarem Ausblick in die Zukunft.

Der wohl von Reuters dazu befragte Chairman J.T. Wang von Acer glaubt nicht daran, daß Netbooks den etablierten Systemen wie Notebooks und Desktop-PCs den Rang ablaufen, denn nur 30% der Kunden hätten angegeben, daß sie sich statt des Netbooks einen anderen, teureren PC gekauft hätten, wenn es diese Geräteklasse nicht gegeben hätte. Tja, aber dreissig Prozent sind ja jetzt auch kein Pappenstiel, frag mal bei der SPD :-) Im Gegensatz zu Acer und Asustek, die am Netbookmarkt gut verdienen oder sich zumindest gut etablieren konnten, scheint der Deal für Intel nicht so recht aufzugehen. Zumindest hat man unter anderem heute bei Spiegel-Online nachlesen können, daß Intel eine drastisch gesunkene Umsatzprognose für das kommende Quartal ausgegeben hat.

Man könnte vermuten, daß sich Intel mit dem Atom-Prozessor, der günstig ist und somit wenig Marge generiert, den eigenen Markt für höherwertige CPUs belastet. Intel selbst, die im vierten Quartal einen Umsatz von "nur noch" neun Milliarden Dollar -statt der im vorangegangenen Quartal erwirtschafteten 10,2 Milliarden- vermeldeteten, spricht von sinkenden Absatzzahlen in allen bedienten Marktbereichen. Den Netbookmarkt können sie damit aber eigentlich nicht gemeint haben, denn der ist doch momentan das Zugpferd der ganzen Branche und Intel ist mit der Atom CPU doch auch nahezu Marktführer.

Der Spiegel rechnet mit einem Absturz der Technologiewerte an den Börsen weltweit, da Intel als Stimmungsbarometer gilt. Warum aber zB. Microsoft "abstürzen" sollte, leuchtet überhaupt nicht ein, denn die haben doch von den 24,3 Prozent Wachstum sicher auch ihren Anteil mitgenommen. Man denke da an die XP-ULCPC Lizenz speziell für Netbooks und UMPCs, das sich sicher für so eine alte Software hervorragend verkauft und einen Umsatz generiert hat, mit dem Microsoft eigentlich vor einem Jahr noch nicht rechnen konnte. Dass Intel mit mehr Verkäufen weniger Umsatz erarbeitet, kommt dem Spiegel, aber auch der zitierten Analystin nicht in den Sinn und man fabuliert bereits ein schlechtes Weihnachtsgeschäft herbei.

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6 Responses to “Des Einen Freud (Acer+ASUS) ist des Anderen Leid (Intel)”

  1. thecat #

    “… Intel ist [...] auch nahezu Marktführer.” Nicht nur nahezu. Intel ist leider praktisch Monopolist.

    Ich bin gespannt, wo die tatsächliche untere Preisgrenze unserer derzeitigen Netbooks ist. Sobald wir das wissen, kann man die nächste Generation an Angeboten sinnvoll einschätzen.

    November 14, 2008 at 4:58 pm
  2. Dualer #

    So ein absoluter Käse…

    Dell zum Beispiel generiert über 85% seines Gesamtumsatzes mit Firmenkunden, wo Netbooks, Nettops und Atom-Prozessoren praktisch KEINE Rolle spielen. Sicher sind Netbooks heiß begehrt auf dem Markt aber machen sie dennoch nur einen Bruchteil aus, so dass man das Wachstum von Computerunternehmen sicher nicht an diesem Gerätetyp festmachen kann.

    November 14, 2008 at 5:51 pm
  3. ukausb #

    Analysten, besonders in diesem Sektor, haben schlicht keine Ahnung.
    Leider wirkt ihr Tun dennoch allzuoft als self fullfilling prophecy..

    November 14, 2008 at 6:03 pm
  4. Matze #

    @Dualer
    Netbooks generieren 7,7 Prozent des welweiten Gesamtumsatzes am PC-Markt. Sicher, das ist nur ein Bruchteil, aber 99% sind auch nur ein Bruchteil von 100% ;-)
    Wenn Dell sich das entgehen lässt bzw in dieser Liga eben nicht mitspielt sind doch die geringeren Gewinne in logischer Konsequenz. Ich hab nix gegen Dell, aber Deine Argumentation hab ich nicht verstanden….

    November 14, 2008 at 8:07 pm
  5. zeroc #

    intel hatte im letzten jahr 78,7% marktanteil…wenn in diesem jahr 3% fehlen, dann wird halt gejammert.

    seit wann ist asus ein “billiganbieter”?
    die haben 80% anteil an p-45 mainboards und sind der branchenking. nicht nur die besten, sondern auch die teuersten boards kommen von asus.

    November 14, 2008 at 11:10 pm
  6. Nana #

    @ zorec

    Du willst uns jetzt sagen das ASUS nur weil sie im Konsumermarkt teuere Motherboards vertikern, als ihr eigene Billig Brand ASRock, jetzt zu den Grossen der Branche wie HP und Dell gehoeren?

    Hallo???

    Und ich glaub du hast noch nie ein Motherboard von Intel gehabt! Hinzu kommt noch das hier auf dem Block Netbooks der Focus sind und nicht Motherboards. Und im Notebook Bereich ist ASUS ein Billighersteller, das sieht man schon alleine daran wie viel Wert sie auf selbigen Service legen!
    Jetzt darf natuerlich der untermauernde Link nicht Fehlen! :P
    http://www.heise.de/ct-tv/Video-Asus-und-der-Garantie-Vertrag-360-Euro-und-ich-reparier-Dich-trotzdem-nicht–/video/2008/09/27/webcast/vorsicht-kunde/116408/

    November 15, 2008 at 2:46 am

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