January 3, 2008 Sascha 13Comment

Na endlich! 2008 ist gerade 2 Tage alt und schon gibt es das erste neue Akronym: CLUMPC!
Haetten es nicht noch ein paar Anfangsbuchstaben mehr sein duerfen fuer diese Abkuerzung? Was sich als absoluter Zungenbrecher herausstellen mag ist eine Erfolgsgeschichte welche vor einem halben Jahr in keinster Weise absehbar war. Was Asus aber auch VIA mit ihren Mini-Notebooks in Bewegung gebracht haben koennte zu einer Revolution auf dem globalen PC Markt sorgen....

Ok, ok ich komme ja schon wieder runter aber lasst mich noch ein wenig in Euphorie schwelgen und diesen neuen, extrem spannenden Markt vorstellen:


Mitte 2007: Der globale IT Markt teilt sich in etwa 60% Notebooks und 40% Desktop Systemen auf (verzeiht, dass ich Server, Grossrechner etc. nicht mit einbeziehe)... achso es gibt da noch diese UMPCs. Kleine, ultrateure Systeme mit Touchscreen, Windows XP, einer unsaeglich kurzen Batterielaufzeit und mit dem Makel, dass Sie niemand kaufen will (warum auch?). Ja, die IT Welt war wunderbar ueberschaubar auch wenn der Kampf um die "emerging markets" und die naechste Billion PC Kunden mit dem OLPC und dem Intel Classmate schon voll entbrannt war.
Dann jedoch geschah auf der Computex 2007 etwas einzigartiges: Asus kuendigte mit dem Eee PC eine neue, mobile PC Generation an. Was zuerst wie ein Notebook fuer Kinder aussah, ja sogar den Anschein eines Spielzeugs hatte, entpuppte sich als wichtigste Evolutionsstufe der UMPCs. Klein, mobil, guenstig und ohne Windows! Das sind die Vorzuege des Eee PC. Und mal ganz ehrlich, ich moechte nicht wissen wieviele Hersteller genau Aufgrund dieser Eigenschaften den Eee PC belaechelten. Wer will denn schon einen Spielzeug-PC mit Linux kaufen?

Nun, gelacht wird heute im Hauptquartier von Asus in Taipei/Taiwan und natuerlich in der Xandros Zentrale in Manhattan. Asus definierte einen neuen Standard der inzwischen von VIA (stellten auch auf der Computex ihr Nanobook vor, welches nun auch von Everex (Cloudbook) mit dem vorinstallierten gOS Ubuntu Fork vertrieben wird) und E-Lead mit dem NoahPad adpatiert wurde: Der Cheap Linux Ultramobile PC

Was ist eigentlich ein CLUMPC?
Zur Zeit handelt es sich dabei um ein Notebook, welches einen Bildschirm aufweist der kleiner als 10" ist, ein vorinstalliertes Linux hat und fuer unter 400$ zu erwerben ist.

Aber warum ist es dann nicht einfach ein weiterer UMPC?
Der UMPC bzw. Origami Standard definierte sich bisher ueber einen Touchscreen, ein Windows OS und ueber einen Preis der weit jenseits der 400$ liegt.

Linux traegt entscheidend zum Erfolg der heutigen und zukuenftigen CLUMPC bei immerhin werden alleine durch den Wegfall von Windows ca. 100$ an Lizenzgebuehren eingespart. Aber auch durch die Tatsache, dass die Hardwareanforderungen von speziell angepassten Linux Versionen weitaus geringer ausfallen, als bei einem vergleichbaren Windows PC, hilft den Preis in diese Regionen zu druecken. Weniger RAM, ein kleinerer Prozessor und eine nahezu winzig anmutende SSD Festplatte machen diesen Preis moeglich ohne Abstriche bei der Gesamtleistung des Systems machen zu muessen.

CLUMPCs haben weiterhin das Potential, Linux zum Durchbruch auf dem Endkunden-Markt zu verhelfen. Einen bisherigen Windows User davon zu ueberzeugen seinen Windows Rechner gegen einen Linux Desktop einzutauschen war ein nahezu hoffnungsloses Unterfangen. Zu eingefahren schienen die Mechanismen des durchschnittlichen PC Users, zu dominant die Marktposition von MS Windows.
Ein CLUMPC eroeffnet hier ganz neue Moeglichkeiten fuer Linux handelt es sich doch eher um einen Zweit- oder Dritt-Rechner. Durch die Tatsache, dass der Nutzer nicht saemtliche Gewohnheite aufgeben muss sondern immer noch auf sein bekanntes Windows oder Mac OS zurueckgreifen kann, hat ein CLUMPC weitaus mehr Chancen sich auf dem Endkundenmarkt durchzusetzen als ein Linux Desktop-Ersatz.
Wenn der User dann noch erkennt, dass die ihm bereits bekannten Anwendungen wie Firefox, Thunderbird und Open Office unter Linux mindestens ebenso gut laufen wie unter Windows, ja dann hat Open Source einen weiteren wichtigen Schritt hin zum Mainstream Markt vollzogen.

2008 koennte das Jahr der CLUMPCs werden. Asus und VIA haben den Grundstein gelegt, andere Hersteller werden folgen. Sollten die Prognosen von Asus zutreffen, dass 2008 ca. 5 Millionen Eee PCs verkauft werden, dann wird es auch das Jahr von Linux werden.

Zum Teil uebersetzt von EeePC Blog

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13 thoughts on “Der Siegeszug des CLUMPC (Cheap Linux Ultramobile PC)

  1. Pingback: Eee in Kürze
  2. ich habs gewusst: es geht aufwärts! die nächsten schritte zur Freiheit sehen für mich so aus:

    an schulen wird endlich auch Linux als unterrichtsfach angeboten. schließlich sollte man schülern ein breites spektrum vermitteln. und mehr spaß macht es außerdem 😉

    der .odt standard setzt sich in immer mehr haushalten durch (in meinem freundes/bekannten-kreis ist das schon durchaus so). Auch die firmen erkennen langsam die vorzüge von quelloffenen formaten.

    was ganz wichtig ist: softwarefirmen müssen auch endlich linux als betriebssystem zur kenntnis nehmen. linux und kommerzielle software schließen sich nicht aus. ich denke, es ist sogar nötig, um linux auf dem massenmarkt zubringen. kein unternehmen wird auf linux umsteigen, wenn es keine vernünftige alternative zu SAP gibt. und die wird wohl nicht kostenlos sein!

    wichtig: die hardwarehersteller müssen endlich ihre schnittstellen offenlegen, und somit einen 100% support für linux ermöglichen.

    und mit Vista hat ja M$ schon einen weiteren guten grund vorgelegt. ich glaube wirklich, dass vista den untergang von windows eingeläutet hat!

    außerdem: der firefox mausert sich zum lieblingsbrowser für jedermann! tatsächlich kenne ich nur eine person, die noch den Internet Explorer verwendet.

    wir werden sehen was die zukunft bringt.

    eins noch. soviel ich weiß ist die münchner stadtverwaltung schon auf linux umgestiegen.
    ich sag ja: es geht aufwärts!

  3. Linux als Unterrichtsfach, lol. Und da Religion eh aus dem letzten Jahrtausend ist, sollte stattdessen lieber die Jahrzehnte alte OpenSource-Kultur vermittelt werden. Anstatt Sportunterricht, werden die neuesten Geek-Gadgets besprochen und ausprobiert und Diktate werden ab sofort nur noch binär diktiert und in Hexadezimal aufgeschrieben! Linux in alle Ehren, aber man kann es auch übertreiben! Bin gespannt auf den Preis eines solchen CLUMPS, denn an sich ist Linux und so ein Teil ja nicht schlecht! 😀 Alles nur ein Scherz, obwohl das mit der Religion und dem OpenSource Gedanken wäre eigentlich nicht schlecht. *g*

  4. ich seh das einfach so: anstatt den schülern nur beizubringen wie man unter windows ne datei abspeichert und mit powerpoint eine klicki-bunti-präsentation zusammensetzt sollte man lieber mal lernen, wie die linux-ordner-struktur aufgebaut ist, wie ich per apt-get ein programm installiere und meinetwegen auch wie ich mein kde an den look vom Mac OS anpasse.

    als ich aus der schule kam, hatte ich keine ahnung von linux. ich hatte gerademal den namen gehört.
    ich verlange ja nicht, dass die schulen Linux als reguläres fach anbieten. aber 4 Stunden im Jahr hätten mir schon sehr geholfen meine berührungsängste zu überwinden.

    oder wenn die lehrer ein wahlfach anbieten…
    möglichkeiten gibt es viele…

    es ist so wir mit monokulturen. alle welt ist auf windows getrimmt. aber wer sagt, dass windows nicht auch mal “untergeht”?

  5. @ hinyl

    Zitat: an schulen wird endlich auch Linux als unterrichtsfach angeboten.

    Vielleicht sollte doch erst einmal mehr Augenmerk auf die klassischen Unterrichtsfächer gelegt werden.

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