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Amerikanische Stadt verbietet Neuansiedlung von Mining-Centern

Gewöhnlich begrüßen strukturschwache Städte den Zuzug neuer Industrien. In Plattsburgh im Staat New York dagegen hat der Stadtrat beschlossen, den Aufbau neuer Miningsfarmen fürs erste zu verbieten.

Im Nordosten der USA, im Bundesstaat New York, gibt es günstige Energie, aber nur wenig Arbeit und Industrie. Die Gegend gehört zum Rust Belt, der ersten und größten Industrieregion der USA, die seit dem Niedergang der Schwerindustrie in den 70ern in der Krise steckt. Nun schickt sich das Bitcoin-Mining an, die Gegend wiederzubeleben. Die Voraussetzungen – günstiger Strom und günstiges Land – könnten nicht besser sein.

So hat Coinmint, eine in Puerto Rico registrierte Firma, einen großen Teil eines ehemaligen Aluminiumswerkes in Massena, New York, gekauft, um dort ein Mining-Center aufzubauen. Die Firma hat 165 Millionn Dollar investiert und verspricht, 150 Jobs zu schaffen. Auch Blockchain Industries plant, 600 Millionen Dollar in ein Mining-Farm in Massena zu investieren, was zusammen mit dem zugehörigen Call Center rund 500 Jobs schaffen werde.

Ein Musterbeispiel für die Transformation einer ehemaligen Schwerindustriestadt zum Mining-Standort dürfte Plattsburgh sein. Diese Stadt wirbt damit, die günstigsten Strompreise der Welt zu haben und bietet der Industrie Tarife von 2 Dollar-cent je Kilowattstunde an. In einer ehemaligen Papiermühle befindet sich beispielsweise ein großes Cloud-Mining-Center, das mit unvergleichlich günstigen Konditionen wirbt.

Man sollte denken, die Stadt wäre darüber froh. Tatsächlich aber empfindet Plattsburgh die Miner mittlerweile als so lästig, dass der Stadtrat kürzlich einstimmig ein Moratorium beschlossen hat, das die Neuansiedelung von Minern für die nächsten 18 Jahren verbietet. Der Grund ist, dass die Miner zu viel Strom verbrauchen – so viel, dass die Stadt selbst, die eigentlich einen großen Stromüberschuss genießt, beginnen musste, im Winter Strom von benachbarten Städten zu kaufen.

Der Bürgermeister, Colin Read, erklärt, dass er “eine Menge Beschwerden” gehört habe, “dass die Stromrechnungen um 100 oder 200 Dollar gestiegen sind. Man kann verstehen, dass die Leute zornig sind.” Plattsburgh nutze die günstigen Stromtarife, um Industrien anzulocken, die Arbeitsplätze schaffen. Dafür hat die Stadt 104 Megawatt je Monat zur Verfügung. Ein immer größerer Teil davon wird nun von Minern benutzt. Allein die größte Mine – erneut von Coinmint – konsumiert etwa 10 Prozent des städtischen Budgets, stellt aber vergleichsweise wenig Arbeitskräfte an. Am Ende arbeiten die Miner ja vollständig von allein.

Und der Bedarf ist riesig. “Wenn wir die Tore öffnen würden, würden wir in zwei Monaten 100 Megawatt Strom verbrauchen. Einige Antragssteller wollen allein 20 oder 30 Megawatt abnehmen,” so der Bürgermeister. Für die Bürger bleibt nicht mehr viel vom günstigen Strom. Im Januar verbrauchte die Stadt bereits mehr Strom, als die regionalen Kraftwerke produzieren konnte, weshalb Plattsburgh Strom auf dem offenen Markt kaufen musste – natürlich zu höheren Preisen, was die Bürger auf ihrer Stromrechnung zu spüren bekamen.

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